Chips Act II: Forderung nach schnellerer Unterstützung für europäische Deep Tech Start-ups

Digital Investing and CryptoChips Act II: Forderung nach schnellerer Unterstützung für europäische Deep Tech Start-ups

Steigende Investitionen in europäische Halbleiter trotz Herausforderungen

Das Interesse von Investoren an europäischen Halbleiter-Start-ups wächst deutlich: 2025 wurden Rekordinvestitionen von 972 Millionen Euro verzeichnet, und im ersten Quartal 2026 wurden bereits mehr als 380 Millionen Euro investiert. Trotz dieses Momentum stehen die Unternehmen jedoch weiterhin vor erheblichen Hürden beim Übergang von der Forschung zur kommerziellen Produktion.

Chips Act II soll europäischen Halbleiterstandort stärken

Die Europäische Kommission plant, am 27. Mai den Chips Act II vorzustellen, der das Ökosystem der europäischen Halbleiterindustrie weiter ausbauen soll. Der Erfolg dieser Initiative wird maßgeblich davon abhängen, ob Europa bürokratische Hürden abbauen und die fragmentierten Genehmigungs- sowie Förderprozesse vereinheitlichen kann.

Herausforderungen für Deep Tech Start-ups

Nahezu 40 % der europäischen Deep Tech Unicorns haben ihren Sitz vor oder nach der Finanzierung in die USA verlegt. Die fehlende Wachstumsfinanzierung sowie langsame Kommerzialisierungsprozesse bleiben zentrale Probleme, insbesondere bei Halbleiter-, Quanten- und anderen High-Tech-Branchen.

Investitionen in diesen Bereichen erfordern große Vorabkapitale sowie schnelle Innovationszyklen, weshalb Verzögerungen bei Genehmigungen und hohe Verwaltungskosten die Wettbewerbsfähigkeit Europas beeinträchtigen.

Marktanteil und Wachstumserwartungen

Europa hält derzeit etwa 10 % des globalen Halbleitermarktes, mit dem Ziel, diesen Anteil bis 2030 auf 20 % zu verdoppeln. Der globale Marktwert könnte bis dahin 1,6 Billionen US-Dollar erreichen.

Investoren zeigen vermehrt Interesse an Hardware-Start-ups

Die gestiegene Nachfrage nach Chips spiegelt sich auch in wachsender Finanzierung von Hardware-Start-ups wider, die oft schwerer zu replizieren sind als reine Softwarelösungen. Das Interesse an Bereichen wie Robotik und Quanten-Technologie nimmt zu.

Kommerzialisierung bleibt Kernproblem

Trotz zunehmender Investitionen stellt die Zeit bis zur Marktreife für Deep Tech Start-ups eine große Herausforderung dar. Insbesondere liegen Engpässe in der teuren Prototypentwicklung, Zertifizierung und Kundenzulassung.

Viele dieser Unternehmen benötigen auch Finanzierungen in späteren Phasen (Serie B und darüber hinaus), doch fehlen hierzu oft passende Strukturen.

Systemische Änderungen notwendig

Für eine Stärkung des europäischen Deep Tech Ökosystems werden flexiblere öffentlich-private Finanzierungsmodelle, schnellere staatliche Förderentscheidungen und stärkere Beteiligung von Pensionsfonds an Risikokapital empfohlen.

Über Aneli Capital

Aneli Capital ist eine Risikokapitalgesellschaft mit Sitz in Vilnius, die sich auf Frühphaseninvestitionen in Start-ups in der Region Litauen, Baltikum, Polen und Zentralosteuropa spezialisiert hat. Der Fonds mit einem Volumen von 35 Millionen Euro unterstützt Unternehmen aus den Bereichen IT, Robotik, Energie, Raumfahrt, Photonik und intelligente Fertigung.


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