Inflationserwartungen steigen wegen Nahost-Konflikt
Der Krieg im Nahen Osten dauert bereits den zweiten Monat an und wirkt sich zunehmend auf die globalen Finanzmärkte aus. Insbesondere die Breakeven-Kurven in den USA und Europa sind als Reaktion auf veränderte Inflationserwartungen und Zinssenkungserwartungen stark angestiegen. Auch die Nominalrenditen, vor allem am kurzen Ende, stiegen in Ländern wie Großbritannien deutlich. Ein Teil dieser Reaktion erscheint derzeit überzogen. Entscheidend wird die Dauer der hohen Energiepreise für sekundäre inflationäre Effekte sein.
Auswirkungen auf Wachstum und Inflation
Derzeit besteht seitens der Märkte keine übermäßige Sorge vor Wachstumseinbußen. Dennoch dürften anhaltend hohe Energiepreise das Konsumverhalten und das Wirtschaftswachstum bremsen. Die Krise erzeugt stagflationäre Spannungen weltweit.
Regionale Unterschiede bei der Inflation
- In der Eurozone wird die Inflation voraussichtlich stärker betroffen sein als in den USA, abhängig von der Dauer der hohen Preise für Öl, Gas, Lebensmittel und Düngemittel.
- Der Verbraucherpreisindex der Eurozone könnte 2026 deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen und erst 2027 zurückgehen, jedoch weiterhin über dem Ziel bleiben.
- Inflationsdruck zeigt sich unter anderem in Vorprodukten sowie Fracht- und Versicherungskosten.
- In den USA werden einkommensschwächere Haushalte durch die hohen Energiepreise stärker belastet.
US-Dollar und geopolitische Auswirkungen
- Der US-Dollar bleibt kurzfristig aufgrund seines sicheren Hafenstatus widerstandsfähig, doch wird eine längerfristige strukturelle Schwäche erwartet.
- Belastungen der US-Staatsfinanzen, Verschiebungen globaler Kapitalströme und attraktive Renditen außerhalb der USA wirken gegen eine anhaltende Aufwertung.
- Eine dauerhafte Zinserhöhung durch die Fed, ausgelöst durch steigende Kerninflation, ist derzeit nicht das Basisszenario.
Globale politische Dynamiken
- Europäische und Schwellenländer, die auf Energieimporte aus der Golfregion angewiesen sind, bemühen sich, sich aus dem Konflikt herauszuhalten.
- EU und Großbritannien lehnten Forderungen nach militärischer Beteiligung ab.
- Indien und China sichern mit dem Iran sicheren Schiffstransport trotz Energieabhängigkeit.
- In Indien besteht ein Risiko, dass Mittel von Investitionen in Energiesubventionen umgeschichtet werden müssen.
Robustes Wachstum in Schwellenländern
Das Wirtschaftswachstum in Schwellenländern bleibt nach Einschätzung des Amundi Investment Institute stabil. Die fiskalischen und makroökonomischen Fundamentaldaten haben sich verbessert, und es zeichnet sich eine Rückkehr zur Mainstream-Ökonomie ab. Lateinamerika erlebt ein Ende der Abwertungsphasen, Brasiliens Vorkommen seltener Erden und Mexikos Nearshoring-Strategie stärken das Wachstumspotenzial.
Empfehlungen zur Portfolioausrichtung
Es wird weder eine Hyperinflation noch eine globale Rezession erwartet, jedoch sind Auswirkungen auf Inflation und Wachstum gegeben. Das Ausmaß hängt von der Dauer des Krieges und der Höhe der Energiepreise ab. Anleger sollten ihre Portfolios diversifizieren, insbesondere durch inflationsgebundene Instrumente, Staatsanleihen und Rohstoffe, da sich Korrelationen zwischen Anleihen und Aktien verändern.
Ein erhöhter Bedarf an Absicherungsmaßnahmen und taktischer Risikominderung wird gesehen.
Anleihen
Die Duration bei festverzinslichen Wertpapieren wird verstärkt betrachtet, um die Widerstandsfähigkeit des Portfolios zu verbessern. Unternehmensanleihen werden angesichts solider Fundamentaldaten weiterhin positiv eingeschätzt. Die Bewertung von Anleihen aus Schwellenländern in Lokalwährung wurde leicht herabgestuft, bleibt aber konstruktiv, insbesondere bei Ländern mit hohen Renditen.
Aktien
Die kurzfristige Volatilität führt zu Vorsicht bei einigen Aktiensegmenten, langfristige Präferenzen für Europa, Japan und Schwellenländer bleiben jedoch unverändert. Die Rotation weg von den USA wird langfristig erwartet, wenn auch nicht linear.
Anlageklassen-übergreifend
Aus Multi-Asset-Sicht bietet die Krise Chancen zur taktischen Anpassung und Risikominderung, insbesondere bei volatilen Aktien. Die Überzeugung zu Staatsanleihen wurde gestärkt, während Einschätzungen zu Unternehmensanleihen und Schwellenländeranleihen stabil bleiben.
Ausblick
Die Entwicklung wird weiterhin aufmerksam beobachtet. Risikomanagement und Portfoliodiversifikation gelten als entscheidend, um Widerstandsfähigkeit in einem unsicheren globalen Umfeld zu gewährleisten.
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