Triodos IMpact Check – Offenlegung negativer Auswirkungen für nachhaltige Geldanlage entscheidend

Edition AITriodos IMpact Check – Offenlegung negativer Auswirkungen für nachhaltige Geldanlage entscheidend

Nachhaltige Geldanlage lebt von Transparenz

Die Glaubwürdigkeit nachhaltiger Geldanlage hängt nicht nur von den positiven Beiträgen eines Finanzprodukts ab, sondern ebenso von der Offenlegung seiner negativen Auswirkungen. Erst wenn beides sichtbar ist, können Anleger ihr Kapital bewusst steuern.

EU-Verordnung SFDR und neue Produktkategorien

Die Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) der EU zielt darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und Greenwashing zu reduzieren. Im November 2025 stellte die Europäische Kommission Vorschläge vor, die unter anderem drei neue Produktkategorien einführen: „Sustainable“, „Transition“ und „ESG Basics“. Diese sollen die bisherigen Kategorien nach Artikel 6, 8 und 9 ablösen. Damit werden nachhaltigkeitsbezogene Produkte klarer definiert und strengeren Anforderungen unterworfen.

Transparenzlücke bei nicht-kategorisierten Produkten

Ein zentrales Problem bleibt, dass ein großer Teil des Marktes von dieser Kategorisierung ausgenommen ist und somit geringeren Transparenzpflichten unterliegt. Dies führt zu einer Asymmetrie, da nur kategorisierte Produkte detailliert über negative Auswirkungen berichten müssen. Für Privatanleger entsteht dadurch oft der falsche Eindruck, dass nicht-offengelegte Produkte keinen Schaden verursachen. Produkte, die offenlegen, geraten so wirtschaftlich ins Hintertreffen.

Vorgeschlagene Maßnahmen des Europäischen Parlaments

Das Europäische Parlament schlägt vor, dass nicht-kategorisierte Produkte einen Haftungsausschluss nutzen sollten, um darauf hinzuweisen, dass sie nicht den EU-Standards für nachhaltige Finanzprodukte entsprechen. Diese Maßnahme ist ein Fortschritt, ersetzt aber keine detaillierten Informationen über tatsächliche Umweltschäden und gesellschaftliche Belastungen.

Empfohlene Lösung: Einheitliche Offenlegungspflichten

Der Berichtsentwurf sieht bereits vor, dass für kategorisierte Produkte verpflichtende Angaben zu den „Principal Adverse Impact Indicators“ gemacht werden müssen. Um wirklich informierte Anlageentscheidungen zu ermöglichen, sollten diese Indikatoren auf alle Anlageprodukte ausgeweitet werden, unabhängig von deren Kategorisierung. Dies würde eine Vergleichbarkeit der Produkte auf Basis ihrer tatsächlichen negativen Wirkungen schaffen und die Glaubwürdigkeit der SFDR erhöhen.

Über Triodos Investment Management

Triodos Investment Management ist ein global tätiger Impact-Investor, der professionelle Anleger bei der gezielten Förderung von sozialem und ökologischem Wandel unterstützt. Die Anlagestrategie fokussiert auf fünf Transformationsbereiche: Ernährung, Ressourcen, Energie, Gesellschaft und Wohlbefinden. Ende Juni 2025 verwaltete Triodos Investment Management Vermögenswerte von 5,4 Milliarden Euro und ist eine hundertprozentige Tochter der Triodos Bank, einem Experten für nachhaltiges Banking.


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