Hohe Reformbereitschaft in der jungen und älteren Generation
Eine repräsentative Studie unter 1.079 Rentnerinnen und Rentnern im Alter zwischen 63 und 70 Jahren sowie 1.021 jungen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren in Deutschland zeigt eine starke Bereitschaft zur Reform des Rentensystems. Gleichzeitig bestehen erhebliche Zweifel an der Verlässlichkeit des Generationenvertrags.
Zweifel am Generationenvertrag
Rund die Hälfte der Befragten aus beiden Generationen hat wenig oder kein Vertrauen in den Generationenvertrag – 51 % der jungen Generation und 47 % der Rentner äußern solche Bedenken. Hauptgründe werden im demografischen Wandel und der daraus resultierenden Ungleichheit zwischen Beitragszahlern und Rentenbeziehern gesehen. Zudem kritisieren beide Gruppen das lange Aussetzen von Reformen sowie die Befreiung bestimmter Berufsgruppen wie Beamte und Selbstständige von Beitragszahlungen.
Akzeptanz für Reformmaßnahmen
Die Studie zeigt große Zustimmung zu verschiedenen Reformvorschlägen:
- Mindestrente unterstützen 81 % der Rentner und 76 % der jungen Erwachsenen.
- Eine Erwerbstätigenversicherung, die auch Beamte und Selbstständige einbezieht, findet bei 87 % der Rentner Anklang.
- Die Aktivrente, die steuerfreien Hinzuverdienst nach Rentenbeginn ermöglicht, wird von 74 % der jungen Generation befürwortet.
Unterschiede im Renteneintrittsalter
Während ehemalige Rentner durchschnittlich mit 63 Jahren in den Ruhestand gingen, erwarten junge Menschen einen Einstiegszeitpunkt von 69 Jahren. Idealerweise wünschen sich die 18- bis 35-Jährigen jedoch einen Renteneintritt mit 60 Jahren. Nur 38 % der jungen Befragten können sich vorstellen, über ihr tatsächliches Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten.
Lebensstandard und finanzielle Sorgen im Alter
Sowohl Rentner als auch junge Erwachsene empfinden steigende Lebenshaltungskosten als Belastung (82 % bzw. 77 %). Finanzielle Sorgen konzentrieren sich auf Kosten für Lebensunterhalt, Wohnen und Gesundheit. 21 % der jungen Generation erwarten, im Ruhestand ihren derzeitigen Lebensstandard nicht halten zu können. Bei den Rentnern berichten 23 % von erheblichen Einschränkungen des Lebensstandards, während 54 % die langfristige Sicherung ihres Standards bezweifeln.
Wachsende Bedeutung privater Vorsorge
Angesichts der Unsicherheit bezüglich der gesetzlichen Rentenversicherung nimmt die Bedeutung privater Vorsorge zu. 75 % der jungen Generation sind überzeugt, privat verstärkt vorsorgen zu müssen, doch 35 % setzen aktuell ausschließlich auf die gesetzliche Altersversorgung. Unterschiede zeigen sich auch in den gewählten Vorsorgeformen: Junge Menschen bevorzugen renditeorientierte Anlagen wie Aktien, Fonds und Anleihen, während Rentner häufig auf Betriebsrenten und Wohneigentum setzen.
Studienhintergrund
Die HDI Rentner-Studie wurde 2026 zum dritten Mal mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Die Befragung fand zwischen dem 27. März und 8. April 2026 statt.
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