Eyb & Wallwitz Kommentar zur US-Inflation: Kein Grund für Hast, aber auch keine Entwarnung

Edition AIEyb & Wallwitz Kommentar zur US-Inflation: Kein Grund für Hast, aber auch keine Entwarnung

September 2026: Anstieg der US-Inflation

Die US-Verbraucherpreise stiegen im September um 0,6%, was die Inflationsrate von 3,4% auf 3,7% erhöhte und die Erwartungen leicht übertraf. Über die Hälfte des Anstiegs entfiel auf Benzinpreise. Die Kerninflation legte ebenfalls leicht zu, was auf ein inflationäres Wachstum in der US-Wirtschaft hinweist, begleitet von steigendem Zinsdruck.

Energiepreise als Haupttreiber

Der Inflationsanstieg im September ist überwiegend energiegetrieben. Energiepreise zogen um 5,2% an, Benzin sogar um 9,1%, beeinflusst durch Angebotsrisiken infolge der Konflikte im Iran und in der Ukraine. Die Nahrungsmittelpreise blieben dagegen stabil. Die Stabilität der Lebensmittelpreise deutet darauf hin, dass klimatische Verschiebungen im Pazifik bislang keine spürbaren Auswirkungen zeigen.

Entwicklung der Kerninflation

Im September stiegen auch die Preise für Dienstleistungen um 0,4%, ebenso wie die Wohnkosten. Zudem erhöhten sich die Preise für Güter um 0,3%. Diese Entwicklung ist Ausdruck einer nominal robusten Nachfrage, die höhere Preise im Wirtschaftssystem trägt.

Geldpolitische Herausforderungen

Das geldpolitische Dilemma besteht darin, dass eine deutliche Abkühlung des Wachstums noch aussteht und somit eine schnelle Rückkehr der Inflation zum Ziel unwahrscheinlich ist. Gleichzeitig belasten hohe Zinsen zunehmend Finanzierung, Investitionen und zinssensitive Nachfrage, was das Wachstum einschränkt. Die Notenbank steht vor der Herausforderung, zwischen einer vorsichtigen Haltung und dem Risiko kurzfristiger Zinserhöhungen zu balancieren, besonders angesichts der gestiegenen Renditen für langlaufende Anleihen und des Wahlkampfs zu den Midterm-Wahlen.

Implikationen für Anleger

Dieses Umfeld bleibt anspruchsvoll für Investoren. Unter der Voraussetzung, dass das Wachstum den höheren Zins überkompensiert, können Unternehmensgewinne Risikoanlagen stützen. Gleichzeitig bleiben Anleihen mit langen Laufzeiten anfällig, solange keine Zinssenkungen in Aussicht stehen. Entscheidend wird die zukünftige Reihenfolge sein: Eine zuerst nachgebende Inflation würde das Umfeld für Anleihen und Bewertungen verbessern, während ein zuerst nachgebendes Wachstum Gewinne und Risikoprämien belasten könnte. Bis mehr Klarheit herrscht, sind ausgewogene Portfolios mit Fokus auf robusten Bilanzen und ausgewogener Duration empfehlenswert.

Über Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement

Die Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement GmbH gehört zu den größten unabhängigen Finanzportfolioverwaltern in Deutschland mit Standorten in München und Frankfurt. Seit der Gründung 2004 konzentriert sich das Unternehmen auf diskretionäre Vermögensverwaltungsmandate sowie eigene Publikumsfonds, speziell für Family Offices, institutionelle und semi-institutionelle Anleger.


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