Bonhams zeigt am 5. und 6. November in Genf zwei frühe Platinuhren von F.P. Journe. Beide kommen am 19. November in Paris zur Auktion, mit Schätzungen bis 1,2 Millionen Euro. Für Sammler und Family Offices ist der Termin ein Test, wie breit die Preisrally bei unabhängigen Uhrmachern trägt.
Was Bonhams in Paris anbietet
Das teurere Los ist ein Tourbillon Souverain à Remontoir d’Égalité aus der Souscription-Serie. Bonhams schätzt es laut Pressemitteilung auf 700.000 bis 1,2 Millionen Euro. Das zweite Los, ein Chronomètre à Résonance der ersten Generation, ist mit 300.000 bis 600.000 Euro angesetzt. Alexandre de Lamberterie leitet die Uhrenauktion bei Bonhams und hält beide Modelle für prägend in der Geschichte der unabhängigen Uhrmacherei.
Die Souscription-Serie hat eine besondere Geschichte. François-Paul Journe verkaufte die ersten 20 Tourbillons vorab an Kunden. Deren Zahlungen finanzierten nach Darstellung von Phillips den Aufbau seiner Manufaktur. Die ersten Käufer waren damit zugleich Geldgeber eines jungen Unternehmens.
Warum die Schätzungen zurückhaltend wirken
Gemessen an den Ergebnissen dieses Jahres liegen die Schätzungen niedrig. Im Juni 2026 erzielte eine Chronomètre à Résonance aus der Souscription-Serie bei Phillips in New York 13,9 Millionen US-Dollar. Das ist der Auktionsrekord für eine Uhr eines unabhängigen Uhrmachers, bei einer Schätzung von über einer Million Dollar.
Der Vergleich hat Grenzen. Die Rekorduhr ist eines von nur zwei bekannten Stücken in dieser Ausführung aus Platin und Roségold. Sie kam zudem erstmals an den Markt. Die Résonance bei Bonhams gehört dagegen nicht zur Souscription-Serie, und genau diese Zuordnung bestimmt bei Sammlern einen großen Teil des Preises.
Nach Einschätzung von altii setzt Bonhams die Spannen bewusst vorsichtig an. Niedrige Schätzungen ziehen mehr Bieter an und lassen Raum nach oben. Belegt ist diese Absicht nicht.
Worauf Kapitalentscheider achten sollten
Alexandre Ghotbi, bei Phillips für Uhren in Europa und Nahost verantwortlich, erwartet für den breiten Journe-Markt irgendwann ein Plateau. Für die seltensten frühen Stücke hält er weitere Preissteigerungen für möglich. Seine Begründung: Wer heute zu solchen Preisen kauft, behält die Uhr eher, und das Angebot wird knapper.
Für Investoren bleibt das Segment ein Sammlermarkt mit eigenen Regeln. Preise entstehen bei wenigen Auktionen mit wenigen Bietern, und Einzelergebnisse prägen das Bild. Hinzu kommen Aufgeld, Versicherung und die Prüfung der Provenienz. Bei Phillips etwa verstehen sich Schätzungen ohne Aufgeld, Zuschläge dagegen inklusive.
Paris liefert am 19. November einen Datenpunkt außerhalb von Phillips. Liegen die Ergebnisse deutlich über den Schätzungen, spräche das für eine Nachfrage über ein einzelnes Auktionshaus hinaus. Bleiben sie im Rahmen, wäre das ein Hinweis, dass der Markt schärfer zwischen Souscription-Uhren und späteren Serien trennt.
* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.