Fifty-fifty: Märkte unterschätzen das Risiko einer Zinserhöhung

Edition AIFifty-fifty: Märkte unterschätzen das Risiko einer Zinserhöhung

Zinssitzung der US-Notenbank Fed am 28. Oktober

Am 28. Oktober wird die US-Notenbank Fed ihre nächste Zinsentscheidung bekanntgeben. Der Markt rechnet überwiegend mit einer unveränderten Zinspolitik, obwohl eine weitere Anhebung im Jahresverlauf nicht ausgeschlossen ist. Der Director of Developed Market Economic Research und Chefvolkswirt USA bei AllianceBernstein sieht die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung und einer Zinspause als gleichwertig an.

Fundamentale Indikatoren deuten auf Zinserhöhung hin

Die jüngsten Wirtschaftsdaten legen nahe, dass die Inflation noch nicht ausreichend zurückgeht. Insbesondere die anhaltend hohen Energiepreise sorgen für anhaltenden Inflationsdruck. Die Fed hatte ihre zuletzt im September erfolgte Zinserhöhung damit begründet, dass sich die Inflation nicht zügig dem Zielwert nähert. Die aktuellen Inflationszahlen bestätigen diese Einschätzung, da weiterhin keine deutliche Abschwächung der Preisdynamik erkennbar ist.

Steigende kurzfristige Inflationserwartungen

Die kurzfristigen Inflationserwartungen sind deutlich angestiegen und erreichen den höchsten Stand im aktuellen Zyklus. Dies wird unter anderem durch eine Verbraucherstudie der University of Michigan gestützt. Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Preisschub trägt zu der Annahme bei, dass die Inflation auf absehbare Zeit hochbleiben wird, was ein Risiko für weiter steigende längerfristige Inflationserwartungen darstellt.

Markterwartungen und geldpolitische Kommunikation

Trotz der fundamentalen Argumente für eine Zinserhöhung preisen die Märkte diesen Schritt nur mit geringer Wahrscheinlichkeit ein. Dies resultiert aus jüngsten Aussagen einflussreicher Fed-Vertreter, welche eher eine Geduld signalisieren und keinen unmittelbaren Handlungsdruck sehen. Fed-Chef gilt als entscheidender Faktor, dessen Position diese Unsicherheit widerspiegelt.

Strategische Überlegungen zur Geldpolitik

Es gibt mehrere strategische Gründe, die für eine Zinserhöhung sprechen. Eine überraschende Erhöhung, die aktuell kaum am Markt erwartet wird, könnte die Unabhängigkeit der Fed unterstreichen und verdeutlichen, dass geldpolitische Entscheidungen nicht den Markterwartungen oder politischen Zeitplänen folgen. Zudem wäre die erste unerwartete geldpolitische Maßnahme eher restriktiv, um die Glaubwürdigkeit der Notenbank zu stärken.

Fazit

Zusammenfassend wird die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung am 28. Oktober auf etwa 50 Prozent geschätzt. Die gemischte Markterwartung beruht auf unterschiedlichen Interpretationen der aktuellen Datenlage und geldpolitischer Kommunikation.


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