Goldman Sachs nutzt EquiLend 1Source für die Wertpapierleihe

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Goldman Sachs nutzt die DLT-Plattform 1Source von EquiLend für die Wertpapierleihe. Damit bucht einer der größten Entleiher des Marktes auf einem gemeinsamen Register für Leihgeschäfte. Für institutionelle Verleiher zeigt der Schritt, wie sich die Nachbearbeitung im Securities Lending verändert.

Was 1Source im Leihgeschäft ändert

EquiLend ist ein Technologieanbieter für die Wertpapierfinanzierung. Nach eigenen Angaben laufen über seine Systeme Transaktionen mit mehr als 55 Billionen US-Dollar Nominalvolumen (Stand: Oktober 2026). 1Source ergänzt diese Infrastruktur um ein gemeinsames Register auf Basis von Distributed-Ledger-Technologie. Laut Mitteilung vom 28. Oktober 2026 soll die Plattform Abstimmungen überflüssig machen und Buchungsdifferenzen verringern.

Das Problem liegt im Lebenszyklus eines Leihgeschäfts. Gebühren ändern sich, Papiere werden zurückgerufen oder umgeschichtet. Bisher pflegt jede Gegenpartei diese Änderungen in eigenen Systemen und gleicht sie danach ab.

Auf 1Source sehen beide Seiten denselben Datensatz. Technisch beruht die Plattform auf dem Canton Network von Digital Asset, einem privaten Netzwerk mit beschränktem Zugang. EquiLend nennt drei Effekte: weniger Fehler bei der Abgrenzung von Leihgebühren, geringere Kosten für externe Abgleichsdienste und höhere Abwicklungsquoten. Damit wirkt die Plattform auch auf die Erträge der Teilnehmer.

Warum der Beitritt von Goldman Sachs Gewicht hat

Seit Oktober 2025 buchen BNY und National Bank of Canada Geschäfte live auf 1Source. Beide sind große Verleiher. Mit Goldman Sachs kommt nun die Nachfrageseite hinzu, EquiLend-CEO Rich Grossi nennt die Bank einen der größten Entleiher der Branche. Ein gemeinsames Register lohnt sich erst, wenn beide Seiten eines Geschäfts darauf buchen.

Jede weitere Gegenpartei verringert die Zahl der Geschäfte, die noch klassisch abgeglichen werden müssen. Die Einsparungen beziffert EquiLend unter Berufung auf Schätzungen Dritter auf mehrere hundert Millionen US-Dollar für die Branche. Die Schätzung ist nicht veröffentlicht und lässt sich daher nicht prüfen. Der Nutzen hängt davon ab, wie viele Gegenparteien die Plattform tatsächlich einsetzen.

Was europäische Verleiher beobachten sollten

Zum Start konzentriert sich 1Source laut EquiLend auf nordamerikanische Aktien gegen Barsicherheiten. Dort gilt der Abwicklungszyklus T+1 bereits seit Mai 2024. Europäische Bestände sind vorerst nicht abgedeckt. Die EU folgt am 11. Oktober 2027, den regulatorischen Rahmen dafür hat die ESMA am 16. Oktober 2026 abgeschlossen.

Mit T+1 bleibt weniger Zeit, verliehene Papiere vor einem Verkauf zurückzurufen. Abweichende Datensätze zwischen Verleiher und Entleiher werden dann schneller zum Abwicklungsrisiko. Nach unserer Einschätzung gewinnen gemeinsame Register deshalb vor allem bei Rückrufen an Bedeutung.

Asset Manager, Versicherer und Pensionseinrichtungen verleihen ihre Bestände meist über Agent Lender. Die Leiherträge sind für sie ein Zusatzertrag, den operative Fehler schnell aufzehren. Für sie ist deshalb praktisch relevant, ob der eigene Lending Agent an 1Source oder eine vergleichbare Lösung angebunden ist. Offen bleibt, ob EquiLend die Plattform vor der europäischen Umstellung auf hiesige Wertpapiere ausweitet.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.