Wer seine Führungskraft für KI-kompetent hält, nutzt KI deutlich häufiger. Das zeigt der Report „WorkLife 2026“ des Audio- und Konferenztechnikherstellers Jabra. Für Asset Manager, Banken und Family Offices, die gerade KI-Lizenzen ausrollen, ist das relevant. Der Engpass liegt demnach weniger bei der Technik als bei der mittleren Führungsebene.
Was die Studie misst
Das Jabra Research Institute ließ im Mai 2026 mehr als 6.000 Wissensarbeiter in sechs Ländern befragen, darunter Deutschland. Die Umfrage führte das Marktforschungsinstitut Toluna durch. Die Ergebnisse veröffentlichte Jabra am 6. Oktober 2026 in einer Pressemitteilung.
Der zentrale Befund betrifft die direkten Vorgesetzten. Von den Beschäftigten, die ihre Führungskraft als KI-kompetent einschätzen, nutzen 65 Prozent KI täglich. Ohne diese Unterstützung sind es 27 Prozent. Zugleich halten nur 27 Prozent der Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung ihre Vorgesetzten für sehr oder äußerst KI-kompetent (Stand: Befragung Mai 2026).
Warum der Abstand zwischen den Ebenen wächst
Die Studie beschreibt eine Kluft innerhalb der Organisationen. Unter den Top-Managern nutzen 30 Prozent KI mehrmals täglich, unter den Mitarbeitern ohne Führungsverantwortung nur 8 Prozent. Auch bei Schulungen zeigt die Befragung ein Gefälle: Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung erhalten deutlich seltener strukturiertes KI-Training als das Top-Management.
Daniella Bell von Jabra führt die Kluft in einem von Jabra gesponserten Beitrag bei UC Today auf Freiräume zurück. Wer höher in der Hierarchie steht, kann die eigene Arbeitsweise leichter umbauen. Wird KI dagegen nur auf bestehende Abläufe aufgesetzt, entsteht zusätzliche Arbeit. Mitarbeiter lernen neue Werkzeuge, müssen aber dieselben Prozesse und Fristen einhalten.
Was das für Häuser im Asset- und Fondsmarkt bedeutet
Für Finanzhäuser ist der Befund unbequem. Viele Gesellschaften investieren in Plattformen, Richtlinien und Pilotprojekte. Die Leiter von Research, Portfoliomanagement oder Operations sollen den Wandel dann nebenbei steuern. Nach unserer Einschätzung liegt der größere Hebel bei ihnen: Schulung, Zeit zum Experimentieren und ein klares Mandat, Abläufe im Team zu ändern.
Eine KI-kompetente Führungskraft muss dafür keine Spezialistin sein. Laut Bell zählt, dass sie produktive Nutzung vorlebt und Versuche erlaubt. Zudem klärt sie mit dem Team, was automatisiert werden kann. Ebenso klärt sie, wo menschliches Urteil nötig bleibt.
Wie belastbar die Befunde sind
Bei der Einordnung ist Vorsicht geboten. Jabra verkauft Audio- und Videotechnik und wirbt im selben Report für die Sprachbedienung von KI. Die Zahlen beruhen auf Selbstauskünften und zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen. Ob kompetente Vorgesetzte die Nutzung treiben oder KI-affine Teams ihre Chefs positiver sehen, lässt die Befragung offen.
Zu beobachten ist, ob Häuser KI-Kompetenz künftig als Führungsaufgabe messen, etwa in Zielvereinbarungen. In regulierten Instituten kommt die Frage hinzu, wie viel Experimentierraum Compliance und Datenschutz zulassen. Davon hängt ab, ob die Lizenzen im Arbeitsalltag der Teams ankommen.
* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.