KI-Blase: Das Risiko steckt in der Finanzierung
In den letzten Wochen haben Suchanfragen zum Risiko einer „KI-Blase“ laut Google Trends einen historischen Höchststand erreicht, was auf wachsende Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit der KI-Entwicklung an den Börsen hinweist. Seit Anfang Oktober hat der Nasdaq 100 sieben Prozent verloren und der US-Halbleiterindex SOX ist um 19 Prozent eingebrochen. Rückschläge bei Cloud-Startup CoreWeave haben zudem den Kreditmarkt belastet.
Vergleich mit der Dotcom-Blase ist unzureichend
Obwohl der Nasdaq 100 in den letzten drei Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von 25,6 Prozent erzielte, liegt diese weit unter der Euphorie der späten 1990er Jahre mit 58,6 Prozent pro Jahr. Zudem liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit etwa 20 auf Basis der erwarteten kommenden Gewinne unter dem 20-Jahres-Durchschnitt. Selbst eine Reduzierung der Gewinnerwartungen um 30 Prozent würde das KGV auf etwa 29 ansteigen lassen, vergleichbar mit dem Hoch aus dem Jahr 2021, aber weit entfernt von den extremen Werten von 1999.
Die Aktienmärkte sind zwar teuer und weisen eine gewisse Sorglosigkeit auf, dennoch scheinen sie sich angemessen auf Veränderungen einzustellen. Beispielsweise ist die Bewertung des globalen Halbleiterindex auf 0,9-fache Bewertung globaler Aktien gesunken und liegt nahe an 20-Jahres-Tiefstständen. Höhere Kreditausfallversicherungsprämien bei verschuldeten Unternehmen signalisieren zudem, dass Risiken am Kreditmarkt bereits eingepreist werden.
Größeres Risiko in der Finanzierung der KI-Infrastruktur
Das größere Risiko der KI-Blase liegt weniger an den Aktienmärkten selbst, sondern in der komplexen und zirkulären Finanzierung der KI-Infrastruktur, insbesondere für Rechenzentren und Grafikprozessoren (GPUs). Die Rentabilität dieser Investitionen setzt eine dauerhaft hohe Nachfrage voraus.
Sollten die Einnahmen aus KI-Anwendungen hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnten sich Bonität der Kreditnehmer, Vertragswerte und Sicherheiten rapide verschlechtern. Kreditgeber würden ihre Bedingungen verschärfen. Stark verschuldete Unternehmen müssten Investitionen reduzieren oder Vermögenswerte zu Niedrigpreisen veräußern, was Verluste auf Private-Debt-Fonds, Versicherer und die Realwirtschaft ausweiten könnte.
Fazit
Das derzeitige Risiko einer KI-Blase ist daher vor allem in der Finanzierung der KI-Infrastruktur zu finden und weniger in den Bewertungmultiplikatoren der Börsen. Die Märkte scheinen angemessene Anpassungen vorzunehmen, doch die Kreditketten und Finanzierungsmodelle bleiben ein wesentlicher Risikofaktor.
DE: Bei der Erstellung dieses Beitrags wurde KI unterstützend eingesetzt.EN: AI was used to assist in the creation of this post.