Marktausblick 2027: Zentrale Themen und Trends
Für das Jahr 2027 stehen Resilienz, Dekarbonisierung, Künstliche Intelligenz und Private Debt im Fokus der Investmentstrategien. Diese Trends spiegeln einen Wandel im Wirtschaftsmodell wider, das sich von Effizienz und Überoptimierung hin zu Resilienz und Souveränität entwickelt.
Wirtschaftlicher Wandel und Investitionszyklus
Nach Jahrzehnten der Effizienzsteigerung orientieren sich Unternehmen verstärkt auf Widerstandsfähigkeit. Dies geht mit einem Anstieg der Investitionsausgaben (CAPEX) einher, der die vier Schwerpunkte Defense, Dekarbonisierung, Digitalisierung und Deglobalisierung umfasst. Europa wird erhebliche finanzielle Mittel aufbringen müssen, um seine Souveränität zu stärken.
Diese Investitionen werden durch eine Kombination aus öffentlicher Verschuldung und privatem Kapital finanziert. Die verstärkte Kapitalnachfrage führt zu einem Fokus auf börsennotierte und private Märkte, mit Kapitalerhöhungen, Börsengängen und großvolumigen Anleiheemissionen.
Langfristige Zinsen und Auswirkungen auf die Bewertung
Die langfristigen Zinsen werden als nach wie vor zu niedrig eingeschätzt, mit einer erwarteten Steigerung, die Bewertungskennzahlen von Aktien und Private Equity begrenzt. Wertsteigerungen werden stärker vom Gewinnwachstum abhängen als von steigenden Multiplikatoren oder Schuldenfinanzierung.
Bei Kreditspreads wird selektiv investiert, mit Bevorzugung von Sektoren, die strukturelles Wachstum und Resilienz fördern. Kreditrisiken werden gegenüber Durationsrisiken bevorzugt, beispielsweise über variabel verzinsliche und kurzfristige Instrumente. Sicherheitsanlagen verlieren vor dem aktuellen reflationären Hintergrund an Bedeutung.
Anpassung der Portfolios
Die aktuelle Reflationsphase ähnelt jener der 1970er Jahre, was den Bedarf nach einer Sicherheitsmarge in der Bewertung unterstreicht. Gegenwärtige Kapitalströme fließen jedoch bevorzugt in bereits hoch bewertete Sektoren und Anlageklassen.
Trotzdem ergeben sich Chancen insbesondere durch europäische Souveränitätsthemen und Private-Equity-Investitionen in Dekarbonisierung und Verteidigung, denen eine beschleunigte Wertschöpfung prognostiziert wird. Unternehmensanleihen bleiben attraktiv, mit Chancen in nachrangigen und Hochzinsanleihen.
Struktureller Wandel im Private Equity
Unternehmen müssen sich an neue Anforderungen bei Lagerhaltung, Infrastruktur, Produktionskapazitäten und Lieferketten anpassen. Private Equity fokussiert sich verstärkt auf anlagenintensive Unternehmen in Resilienz-fördernden Sektoren.
EBITDA-Wachstum allein reicht nicht mehr aus; die Kapitalrendite (ROIC) gewinnt an Bedeutung. Höhere Fremdkapitalkosten führen zu vorsichtigerem Einsatz von Finanzhebeln. Multiplikatorenwachstum wird durch das Zinsumfeld begrenzt, weshalb Private-Equity-Investoren mit geringerem Fremdkapitalanteil und längeren Haltedauern rechnen müssen.
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