Geopolitik als Inflationsfaktor
Die Eskalationen im Nahen Osten und die andauernden Unsicherheiten um die Straße von Hormus führten zu deutlichen Anstiegen bei Öl- und Gaspreisen. Brent-Öl stieg im dritten Quartal um 43,1 % auf über 103 US-Dollar je Barrel, europäisches Erdgas sogar um 69,1 %. Diese Entwicklung erhöhte den Inflationsdruck in Europa und den USA, beeinflusste die Geldpolitik und belastete die Wachstumsaussichten in Europa nachhaltig.
Restriktive Zentralbankpolitik
Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhten im September die Leitzinsen und signalisierten weitere Zinsanhebungen. Ein Zinsschritt im Dezember ist bereits anticipiert. Entscheidend bleibt, ob die restriktive Geldpolitik die konjunkturelle Dynamik in Europa und den USA ausreichend abkühlt.
Robuste Wirtschaftsentwicklung trotz Herausforderungen
Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA und Europa zeigte sich überraschend stabil, hauptsächlich gestützt durch Investitionen im Bereich Künstliche Intelligenz sowie staatliche Infrastruktur- und Verteidigungsprogramme. Allerdings beeinträchtigen hohe Energiepreise die europäischen Wachstumsperspektiven spürbar.
Aktienperformance: USA vor Europa
US-amerikanische Aktien konnten im dritten Quartal bessere Renditen erzielen als europäische Indizes. Der S&P 500 stieg um 2,0 %, während der DAX um 0,8 % zulegte und der Euro Stoxx 50 einen Rückgang von 0,9 % verzeichnete. Die starken Gewinnzahlen und die Nachfrage rund um KI-Technologien unterstützen die Märkte, jedoch erfordern hohe Bewertungen Vorsicht.
Anleihenmarkt unter Druck
Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen stiegen sowohl in den USA als auch in Europa deutlich an – in den USA um 81 Basispunkte auf 5,29 %, in Deutschland um 71 Basispunkte auf 3,59 %. Die Ausweitung von Renditespreads, insbesondere bei französischen Staatsanleihen, spiegelt politische Unsicherheiten wider. Obwohl Anleihen attraktive Renditen bieten, gestaltet sich die Prognose für das kommende Quartal herausfordernder als bei Aktien.
Gold und US-Dollar als sichere Anlageklassen
Gold profitierte von geopolitischen Risiken und stieg im Quartal um 3,7 % auf über 4.150 US-Dollar je Unze, wurde jedoch vom stärkeren US-Dollar und höheren Renditen gebremst. Der Euro notierte zum Quartalsende bei 1,133 US-Dollar. Die Zinsdifferenzen unterstützen weiterhin die Attraktivität des US-Dollars.
Über die MERKUR PRIVATBANK
Die MERKUR PRIVATBANK KGaA mit Sitz in München ist eine der größten inhabergeführten und börsennotierten Privatbanken Deutschlands. Mit einer Bilanzsumme von rund 4,1 Milliarden Euro und Assets under Management von etwa 5,0 Milliarden Euro bietet die Bank umfassende Expertise in Vermögensanlagen, Finanzierung und Rentenhandel. Die Bank ist seit 2005 unter persönlicher Haftung eines Gesellschafters geführt und steht für Unabhängigkeit, langfristige Kundenorientierung und ausgeprägtes Unternehmertum.
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