Morgan Stanley hat US-Aktien und Treasuries über den neuen Tokenisierungsdienst der DTCC in digitale Form überführt. Die Bank gehört damit zu den ersten Nutzern der zentralen Verwahr- und Abwicklungsinfrastruktur des US-Wertpapiermarkts auf der Blockchain. Für Asset Manager und Banken wird Tokenisierung so vom Pilotprojekt zur Frage der Betriebsbereitschaft.
Was die DTCC am 28. Oktober gestartet hat
Die Depository Trust Company (DTC), Verwahrtochter der DTCC, hat am 28. Oktober 2026 den DTCC Tokenization Service gestartet. Der Dienst erzeugt digitale Abbilder von Wertpapieren, die bei der DTC verwahrt sind. Diese digitalen Zwillinge tragen dieselben Eigentums- und Anlegerschutzrechte wie das Original. Die DTC verwahrt laut DTCC Wertpapiere im Wert von mehr als 114 Billionen US-Dollar (Stand: Oktober 2026).
Grundlage ist ein No-Action Letter, den die SEC im Dezember 2025 erteilt hat. Er erlaubt der DTC für drei Jahre, Werte aus dem Russell 1000, große Index-ETFs und US-Staatsanleihen zu tokenisieren. Zum Start haben 20 Teilnehmer unterschrieben, darunter J.P. Morgan, Citi, State Street, UBS und Morgan Stanley.
Technisch läuft der Dienst über das Canton Network und ein privates Besu-Netz der DTCC. Weitere Blockchains sollen 2027 folgen.
Warum der Einstieg von Morgan Stanley zählt
Morgan Stanley hat die erste Umwandlung in einem Beitrag auf X bekannt gemacht. Amy Oldenburg leitet die Digital-Asset-Strategie der Bank. Sie sagte laut The Block, die praktische Integration solle die eigenen Fähigkeiten im Digitalgeschäft weiterentwickeln. Die Bank sammelt also Betriebserfahrung, bevor sie Kunden eigene Produkte anbietet.
Der Zeitplan dafür hat sich verschoben. Ursprünglich wollte Morgan Stanley tokenisierte Aktien im zweiten Halbjahr 2026 auf seinem alternativen Handelssystem (ATS) unterstützen. Im Oktober nannte Oldenburg gegenüber The Block das erste Quartal 2027 als realistischen Termin. Als Grund verwies sie auf fehlende Produkte und eine noch verhaltene Nachfrage institutioneller Kunden.
Bemerkenswert ist der Ansatz der DTCC. Sie baut keinen Parallelmarkt auf, sie bringt vorhandene und liquide Bestände auf die Blockchain. Das dürfte das Risiko zersplitterter Liquidität senken, das viele frühere Tokenisierungsprojekte belastet hat.
Was Entscheider jetzt beobachten sollten
Für institutionelle Investoren verschiebt sich damit die Frage. Nach Einschätzung von altii ist für US-Kernwerte weitgehend geklärt, dass Tokenisierung kommt. Offen ist, wie schnell sich messbare Vorteile ergeben, etwa bei Sicherheiten, Wertpapierleihe und Repo-Geschäften. Die DTCC selbst stellt die schnellere Mobilisierung von Collateral in den Vordergrund.
Auch europäische Häuser sind betroffen. Wer US-Aktien und Treasuries hält, wird absehbar mit tokenisierten Positionen bei Gegenparteien arbeiten. Das berührt Verwahrung, Wallet-Infrastruktur und die Abstimmung mit Depotbanken.
Zu beobachten ist, welche Netzwerke 2027 hinzukommen und ob Morgan Stanley den neuen Termin für den ATS-Handel hält. Ebenso offen bleibt, ob europäische Zentralverwahrer ein vergleichbares Angebot für hiesige Wertpapiere aufbauen.
* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.