Norges Bank signalisiert Zinswende: Straffung trotz Wachstumsrisiken

Edition AINorges Bank signalisiert Zinswende: Straffung trotz Wachstumsrisiken

Die norwegische Zentralbank hat ihre geldpolitische Ausrichtung überraschend geändert und signalisiert mögliche Zinserhöhungen. Nachdem die Norges Bank im Dezember noch auf einen Kurs der Geduld gesetzt hatte, wiegt nun die Sorge vor verankerten Inflationserwartungen schwerer. Der Anstieg der Energiepreise und die Persistenz der Kerninflation führen zu einer Neubewertung der Risiken.

Wendepunkt in der Geldpolitik

Mit nur zwei Zinssenkungen seit dem Höchststand von 4,5 Prozent auf aktuell 4,0 Prozent hinkt die Norges Bank den meisten anderen G10-Notenbanken hinterher. Die Entscheidung, die Zinsen auf dem letzten Meeting konstant zu halten und gleichzeitig die Tür für weitere Straffungen zu öffnen, markiert einen deutlichen Kurswechsel. Zwei Komiteemitglieder stimmten sogar für eine sofortige Zinserhöhung und verwiesen auf das Risiko, dass eine prolongierte Inflation oberhalb des Ziels die Erwartungen verfestigen könnte.

Der Ölpreisschub infolge des Konflikts im Nahen Osten treibt die Kopfzeileninflation kurzfristig nach oben. Alpine Macro erwartet eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte in den nächsten Sitzungen, gefolgt von einer längeren Pause. Ein neuer Lockerungszyklus könnte folgen, sobald die Inflationsdynamik nachlässt. Der Geopolitik-Service des Hauses geht davon aus, dass der Krieg mit Iran in den kommenden Wochen enden wird, was den Druck auf die Energiepreise im zweiten Halbjahr verringern sollte.

Wachstum dämpft Inflationsdynamik

Trotz der hawkischen Rhetorik zeichnet sich eine allmähliche Abkühlung der norwegischen Wirtschaft ab. Die Output-Lücke hat sich ins Negative gedreht – die Wirtschaft operiert unterhalb ihres Potenzials. Die Kapazitätsauslastung und der Arbeitskräftemangel sind von ihren Höchstständen gesunken und liegen nun leicht unter ihren historischen Durchschnitten. Ein weiterer Nachlass am Arbeitsmarkt sollte die Lohnzuwächse dämpfen.

Die Importpreisinflation für Konsumgüter liegt bei lediglich 1,4 Prozent und sollte weiter sinken. Auch die Inflation im Dienstleistungssektor zeigt Anzeichen einer Entspannung. Die Mietinflation, die aktuell bei 4 Prozent liegt, dürfte allmählich nachgeben, da etwa 95 Prozent der neuen Hypotheken in Norwegen variabel verzinst sind und die Kreditkosten seit vergangenem Jahr weitgehend stabilisiert sind. Der breitere Kernservices-Index zeigt eine Verlangsamung bei den meisten Komponenten.

Die Haushaltsnachfrage wird voraussichtlich schwächer, da die realen Einkommen unter Druck stehen und das Vertrauen gedämpft ist. Die Exporte nichtenergiebezogener Güter leiden unter der geopolitischen Unsicherheit und den schwachen Indikatoren aus der Eurozone, die fast die Hälfte der norwegischen Ausfuhren ausmacht. Die Fiskalpolitik bleibt zwar expansiv und stützt die Wirtschaft, kann aber den Nachfrageeinbruch nur teilweise kompensieren.

Implikationen für Anleihen und Währungen

Für Investoren empfiehlt Alpine Macro eine Übergewichtung norwegischer Staatsanleihen. Die Renditen sind im Zuge des Ölpreisschobs gestiegen, was als übertrieben erscheint. Die Norges Bank wird voraussichtlich nicht stärker straffen als bereits eingepreist, was die Obergrenze für Renditen begrenzt. Sobald der Energiepreisdruck im Jahresverlauf nachlässt und die Services-Inflation sinkt, sollten die Renditen wieder fallen.

Beim norwegischen Krone bleibt das Ölpreisgeschehen kurzfristig der dominierende Treiber. Der NOK hat im Zuge des Nahost-Konflikts aufgewertet. Technische Indikatoren zeigen jedoch, dass EUR/NOK tief überverkauft ist und eine Korrektur bevorsteht. Mittelfristig korreliert der NOK stark mit dem US-Dollar. Ein schwächerer Dollar nach Ende des Konflikts würde sowohl USD/NOK als auch EUR/NOK nach unten drücken. Die Empfehlung lautet: NOK bei Schwäche kaufen.

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