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Was für Anleger nach Jackson Hole zu beachten ist

OpinionsWas für Anleger nach Jackson Hole zu beachten ist

von Simona Mocuta, Senior Economist bei State Street Global Advisors, zur aktuellen Jackson-Hole-Konferenz:

Die mit Spannung erwartete Rede des Fed-Vorsitzenden Powell auf dem Jackson-Hole-Symposium wirkte auf uns etwas enttäuschend. Unter dem Titel “Monetary Policy in the Time of Covid” konzentrierte sich die Rede fast ausschließlich auf die Inflationsdynamik und die Gründe, warum die Fed den jüngsten Inflationsanstieg weiterhin als vorübergehend ansieht. Nichts davon war wirklich neu, und die Rede versuchte auch nicht, eine endgültige Schlussfolgerung zu ziehen. Wie wir bereits seit Monaten argumentiert hatten, “wird die Zeit zeigen, ob wir eine nachhaltige Inflation von 2 Prozent erreicht haben”.

Für Anleger, die über den Zeitpunkt der Beendigung der quantitativen Lockerung und künftiger Zinserhöhungen nachdenken, gab es zwei wichtige Botschaften. Einerseits gab der Vorsitzende Powell zu, dass er auf der FOMC-Sitzung (Federal Open Market Committee) im Juli zu denjenigen gehörte, die der Meinung waren, dass “wenn sich die Wirtschaft im Großen und Ganzen wie erwartet entwickelt, es angemessen sein könnte, das Tempo der Ankäufe von Vermögenswerten in diesem Jahr zu verringern”. Die Aussage ist zu offensichtlich, um überhört zu werden und sie bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass das Tapering im Jahr 2021 beginnen wird. Wir gehen davon aus, dass die offizielle Ankündigung Anfang November erfolgen wird (die Sitzung am 21. und 22. September scheint zu früh und die am 14. und 15. Dezember zu spät zu sein). Das ist wahrscheinlich etwas aggressiver, als der Markt erwartet hat und um diese Haltung auszugleichen, hat sich der Vorsitzende Powell auch sehr bemüht, den Zeitpunkt des Taperings vom Zeitpunkt künftiger Zinserhöhungen abzukoppeln. “Der Zeitpunkt und das Tempo der bevorstehenden Verringerung der Ankäufe von Vermögenswerten soll kein direktes Signal für den Zeitpunkt der Zinserhöhung sein, für den wir einen anderen und wesentlich strengeren Test formuliert haben”. Es gab vielleicht kein “direktes” Signal, aber sicherlich ein indirektes: eine Zinserhöhung im Jahr 2022 scheint immer wahrscheinlicher.