Xreal 1 Pro+ im Test: Datenbrille als privater dritter Bildschirm

NewsXreal 1 Pro+ im Test: Datenbrille als privater dritter Bildschirm

Seit dem 15. Oktober 2026 verkauft Xreal die Datenbrille 1 Pro+ für 599 US-Dollar. Ein erster Praxistest zeigt, wo sie im Büroalltag ihren Platz findet: als zusätzlicher Bildschirm, den nur der Träger sieht. Für Häuser mit vertraulichen Daten ist das mehr als Unterhaltungselektronik.

Was die Brille kann und was nicht

Laut der Pressemitteilung von Xreal überarbeitet die 1 Pro+ die One Pro, die seit 2025 im Sortiment ist. Chip, Sichtfeld von 57 Grad und die räumliche Verankerung des Bildes bleiben gleich. Neu sind vor allem hellere Displays, eine flüssigere Umrechnung von 2D in 3D und ein neues Nasenpolster. Der Hersteller beschreibt das Gerät als tragbares Display, das an Laptop, Smartphone oder Konsole hängt.

Tom Ffiske, Herausgeber des Newsletters Immersive Wire, hat die Brille im Arbeitsalltag getestet. Er nutzte sie neben zwei Monitoren als dritten Bildschirm. Positiv hebt er hervor, dass nur er selbst die Inhalte sehen konnte. Mit der Zusatzkamera Xreal Eye für 99 US-Dollar nahm er außerdem Fotos und Videos aus der eigenen Perspektive auf.

Schwächer fand Ffiske die Steuerung per Hand. Er griff lieber zum Smartphone als Touchscreen. Als Brille für jeden Tag oder als Modeaccessoire sieht er das Gerät nicht, wohl aber am Schreibtisch.

Warum der private Bildschirm für Finanzhäuser zählt

Asset Manager, Family Offices und Banken arbeiten täglich mit Informationen, die niemand mitlesen soll. Im Zug, im Flugzeug oder im Großraumbüro ist das ein praktisches Problem. Eine Brille, deren Bild nur der Träger sieht, wirkt dort wie ein Sichtschutz mit großer Fläche. Das ist eine Einschätzung der Redaktion: Erfahrungsberichte aus Finanzhäusern sind uns bisher nicht bekannt.

Für den Arbeitsplatz zählt auch, wie stabil das Bild steht. Ohne Kamera folgt die Anzeige nur den Drehungen des Kopfes. Erst mit dem Modul Eye bleibt sie laut Xreal fest im Raum verankert. Ein virtueller Monitor verhält sich damit eher wie ein echter.

Die Kamera wirft dagegen neue Fragen auf. Wer mit der Brille im Handelsraum oder im Kundengespräch filmt, berührt Datenschutz und Aufzeichnungspflichten. IT-Sicherheit und Compliance sollten deshalb mitentscheiden, bevor Mitarbeiter solche Geräte im Haus nutzen.

Worauf Entscheider als Nächstes achten

Parallel startete Xreal am 28. Oktober 2026 die Aura, laut Hersteller die erste kabelgebundene XR-Brille mit Googles Betriebssystem Android XR. Sie kostet regulär 1.279 US-Dollar, bis Dezember 1.099 US-Dollar (Stand: 2. November 2026). Damit rücken Datenbrillen näher an eine Plattform mit eigenen Anwendungen. Für Unternehmen wird die Gerätefrage so auch zur Frage, welchem Ökosystem sie vertrauen.

Aus Sicht der Redaktion entscheidet im Unternehmen weniger die Helligkeit des Displays. Wichtiger sind Bedienung, Verwaltung durch die IT und klare Regeln für die Kamera. Der Test zeigt, dass gerade die Bedienung noch hinter dem Display zurückbleibt. Ob solche Brillen im Büro zum Werkzeug werden, hängt davon ab, wie schnell Hersteller diese Lücke schließen.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.