Öl, Zinsen, Aktien: Die Märkte im geopolitischen Stresstest
Die am 28. Februar gestartete amerikanisch-israelische Operation „Epic Fury“ gegen das iranische Regime hat an den Finanzmärkten eine Phase erhöhter Nervosität ausgelöst. Neben der geopolitischen Instabilität im Nahen Osten führt insbesondere die Entwicklung der Energiepreise, vor allem des Ölpreises, zu Unsicherheiten bei Investoren. Erinnerungen an die Ölkrise von 1978/79 werden wach, welche damals eine weltweite Rezession auslöste. Zudem beeinflusst weiterhin der Krieg in der Ukraine Rohstoffpreise und Inflation global.
Marktreaktionen auf geopolitische Krisen
Die aktuellen Marktbewegungen entsprechen dem typischen Muster bei geopolitischen Krisen mit potenziellen Rohstoff-Versorgungsschocks: Aktienkurse sinken, der US-Dollar steigt moderat, Edelmetallpreise sowie die Preise der besonders betroffenen Rohstoffe wie Öl und Gas steigen. Bei den Anleihen erhöhen sich kurzfristige Zinsen aufgrund von Inflationsängsten und begrenztem Spielraum der Zentralbanken, während langfristige Zinsen weniger stark steigen, da sie mögliche wirtschaftliche Wachstumseinbußen antizipieren.
Szenarioanalyse und Risikofaktoren
Das aktuell wahrscheinlichste und marktfavorisierte Szenario ist eine kurze Militäroperation. Dabei könnte das iranische Regime verhältnismäßig gesprächsbereit bleiben, ohne dass der Sturz des Regimes bevorsteht. Der Großteil des Ölpreisanstiegs von 60 auf fast 80 US-Dollar pro Barrel Brent-Rohöl hat bereits vor der Operation begonnen und ein nachhaltiges Übersteigen von 85 US-Dollar erscheint vorerst unwahrscheinlich. Die Folgen für Wirtschaft und Märkte wären moderat und vorübergehend.
Jedoch bestehen mehrere Risiken, die das Szenario verschärfen könnten:
- Dauer des Konflikts: Ein längerer Konflikt könnte den Öltransport über die Straße von Hormus beeinträchtigen, auch ohne Blockade. Versicherer haben bereits Risiken neu bewertet, was zu alternativen Routen und Verzögerungen führen kann und die Ölpreise weiter nach oben treiben würde.
- Blockade der Straße von Hormus: Eine vollständige Sperrung, welche rund 20 % des globalen Öl- und LNG-Transits betrifft, hätte gravierende globale Auswirkungen. Dieses Szenario wird als eher unwahrscheinlich eingeschätzt, da es eine erhebliche Gegenreaktion auslösen und das Regime stark schwächen würde.
- Unterbrechung iranischer Ölexporte: Iran produziert rund 4 Millionen Barrel täglich, was 2–3 % der weltweiten Produktion entspricht. Ein Ausfall würde China als Hauptabnehmer besonders treffen. Derzeit sind die Angriffe auf den Norden konzentriert, die Ölanlagen im Süden und Westen bleiben bisher verschont.
- Iranische Gegenangriffe: Drohnenangriffe auf saudische Ölanlagen zeigen das Risiko weiterer Attacken auf Energieinfrastruktur in der Region, trotz bisher wirksamer Luftabwehr.
Empfehlungen für Investoren
Obwohl das Eskalationsrisiko genau beobachtet wird, raten Experten zu keiner Überreaktion. Historische Beispiele zeigen, dass Aktienmärkte in Europa und den USA sich meist innerhalb von ein bis drei Monaten nach Beginn eines bewaffneten Konflikts wieder erholen. Diszipliniertes und rationales Handeln ist entscheidend.
Marktrückgänge können zudem Chancen bieten, um in Qualitätsaktien zu attraktiveren Preisen zu investieren oder selektiv neue Positionen aufzubauen. Absicherungsstrategien bleiben wichtig, insbesondere in diversifizierten Fonds.
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