Erwartete Zinserhöhung der EZB
Nach einer Pause im Juli wird allgemein erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im September die Zinsen anhebt. Insbesondere dürfte der Einlagensatz auf 2,5 % steigen, was den Zinssatz an das obere Ende des neutralen Bereichs bringen würde.
Datenabhängiger Ansatz und geldpolitische Leitlinien
Die EZB verfolgt weiterhin einen datenabhängigen Ansatz, ohne konkrete Hinweise auf die künftige Zinsentwicklung zu geben. Es wird erwartet, dass Christine Lagarde das Ausbleiben signifikanter Zweitrundeneffekte durch die Energiepreise hervorhebt. Die Inflationserwartungen bleiben fest verankert, und es gibt keine Anzeichen für eine Beschleunigung des Lohnwachstums.
Inflation und Lohnentwicklung
Der Inflationsdruck geht weiterhin hauptsächlich vom Energiesektor aus, wobei Öl- und Gaspreise die Gesamtinflation im August auf 3,3 % im Jahresvergleich steigen ließen. Der EZB-Lohn-Tracker gibt an, dass die tariflich vereinbarten Löhne 2026 um 2,3 % steigen werden, nach 3,2 % im Jahr 2025.
Prognosen für das Wirtschaftswachstum und die Inflation
Das erste Halbjahr 2026 übertraf die Erwartungen der EZB, sodass die Wirtschaftsprognosen für 2026 und 2027 vermutlich über den im Juni veröffentlichten Zahlen von 0,8 % bzw. 1,2 % Wachstum liegen werden. Die Inflationsprognosen dürften aufgrund der höheren Energiepreise nach oben korrigiert werden, insbesondere im Bereich der Gaspreise. Die Kerninflation wird mit 2,5 % für 2026 und 2027 nahezu unverändert erwartet und soll sich bis 2028 auf etwa 2 % bewegen.
Risiken und mögliche geldpolitische Maßnahmen
Die Risiken für die Inflation bleiben erhöht, während die Risiken für das Wachstum als ausgeglichen bewertet werden. Sollte die EZB eine restriktivere Geldpolitik als nötig erachten, könnten weitere Zinserhöhungen über 2,50 % hinaus erforderlich sein, insbesondere vor dem Hintergrund des weiterhin positiven Wirtschaftswachstums.
Quellen
Daten basieren auf Bloomberg-Zahlen bis Ende August 2026.
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