Einschätzungen zu Politik, Wirtschaft und Immobilienmärkten im Vorfeld der Expo Real 2026

Edition AIEinschätzungen zu Politik, Wirtschaft und Immobilienmärkten im Vorfeld der Expo Real 2026

Marktumfeld und Standort Deutschland

Geopolitik und Geldpolitik sind eng verbunden

Wachstumsimpulse fehlen weiterhin, während geopolitische Risiken steigen. Diese beeinflussen über Energiepreise und Inflation direkt die Geldpolitik. Der Immobilienmarkt hat sich an höhere Zinsen angepasst, jedoch ist für Investoren die Verlässlichkeit der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wichtiger als einzelne EZB-Zinsentscheidungen.

Deutschland hat eher ein Umsetzungsproblem als ein Kapitalproblem

Kapital für Investitionen ist vorhanden, doch lange Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie komplexe Regulierungen verzögern Projekte und erhöhen Kosten. Die BauGB-Novelle und der Wohnungsbau-Turbo sind wichtige Maßnahmen, deren Effekt von der Umsetzung durch die Kommunen abhängt.

Investmentmarkt und Finanzierung

Preisfindung verbessert sich, breite Erholung bleibt aus

Käufer und Verkäufer liegen bei Preisvorstellungen näher zusammen. Das gewerbliche Transaktionsvolumen stieg im ersten Halbjahr 2026 auf 12,3 Milliarden Euro, etwa acht Prozent über Vorjahr. Die Differenzierung auf Objektlevel nimmt zu, wobei gute Objekte Kapital finden und Immobilien mit Defiziten Preisschwierigkeiten haben.

Höheres Zinsniveau ist akzeptiert, weitere Entlastung unsicher

Die Nullzinsphase ist vorbei und wird nicht zurückkehren. Das aktuelle Zinsniveau ist weitgehend eingepreist, schafft Kalkulationssicherheit, jedoch könnten steigende Bundesanleihenrenditen die Rentabilität belasten.

Refinanzierungen können Verkäufe und neue Investitionen auslösen

In den kommenden Jahren müssen viele Kredite unter neuen Bedingungen refinanziert werden. Finanzierungslücken könnten Verkaufsdruck erzeugen und somit Investitionschancen für kapitalstarke Akteure bieten.

Wertschöpfung muss verstärkt im Bestand erfolgen

Wertsteigerung entsteht zunehmend durch Transformation, Repositionierung und aktives Assetmanagement. Entscheidend ist, ob ältere Immobilien durch Investitionen wettbewerbsfähig bleiben oder an Marktwert verlieren.

BĂĽro und Wohnen

Büroflächen müssen qualitativ besser statt kleiner werden

Homeoffice und hybride Arbeitsmodelle verändern den Bedarf. Gefragt sind moderne, flexible Büros mit hoher Aufenthaltsqualität. Dies führt zu steigenden Spitzenmieten, während ältere Bestände unter Druck geraten.

Leerstand ist meist ein Produktproblem mit Handlungsbedarf

Flächen, die nicht flexibel sind oder energetisch veraltet, haben in etablierten Lagen Schwierigkeiten. Eigentümer stehen unter Druck, Investitionen, Repositionierungen oder alternative Nutzungen zu prüfen.

Wohnungsbaukrise durch Umsetzungsschwäche in Deutschland

Das Wohnprojektvolumen steigt zwar leicht, doch tatsächliche Baustarts bleiben weit unter dem Höchststand von 2022. Die Diskrepanz zwischen Planung und Bau hemmt den Markt. Hohe Neubaumieten resultieren aus hohen Baukosten, nicht aus überzogener Nachfrage oder Profitgier.

ABG Real Estate Group – Strategie und Entwicklung

BĂĽro bleibt Kernkompetenz, Wohnen wird ausgebaut

Hochwertige BĂĽroprojekte sind weiterhin zentral, jedoch wird das Wohnsegment signifikant erweitert. In MĂĽnchen entstehen aktuell rund 1.500 Wohnungen aufgrund eines strukturellen NachfrageĂĽberhangs.

Einführung eines Wohnentwicklungsfonds zur Erweiterung des Investmentgeschäfts

Ein geplanter Fonds fokussiert Wohnprojektentwicklungen und Redevelopments in Deutschland. Der erste Ankauf ist fĂĽr 2026 vorgesehen, um Entwicklungskompetenz mit Investment und Asset Management zu verbinden.

Entwicklungskompetenz zeigt Marktstärke

Mit Projekten wie „Palais Rossmarkt“, „Central Parx“ und „Yorcks Campus“ beweist das Unternehmen, dass anspruchsvolle Entwicklungen auch bei aktuellen Marktbedingungen umsetzbar sind.

Asset Management als Wachstumstreiber

Das Asset Management wurde mit weiteren Mandaten in Berlin, Frankfurt und Dresden ausgebaut. Der Fokus liegt auf operativer Weiterentwicklung und Wertschöpfung über Bestandsmanagement hinaus.

Langjährige Markterfahrung als Vorteil

Mit fast 60 Jahren Erfahrung und Erleben verschiedener Immobilienzyklen verfolgt das Unternehmen eine flexible Strategie, die den gesamten Immobilienlebenszyklus abdeckt und auf nachhaltige Wertschöpfung setzt.

Ausblick 2026/2027

Normalisierung des Marktes verzögert sich

Die erwartete stärkere Erholung 2026 blieb aus. Preisfindungen und Finanzierungen verbessern sich, doch geopolitische Unsicherheit, schwache Wirtschaftslage und Reformstau bremsen die Belebung. Eine merkliche Markterholung wird erst im zweiten Halbjahr 2027 erwartet.

Fokus auf Qualität und Wertschöpfung statt auf großen Marktaufschwung

Immobilien und Teilmärkte entwickeln sich unterschiedlich. Gute Immobilien mit stabilen Cashflows bleiben attraktiv. Chancen liegen in Revitalisierung und Repositionierung sowie bei Refinanzierungen, die neue Marktobjekte bringen. Eine konservative, risikobewusste Strategie ist entscheidend.


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