360-Grad-Kameras: Wachstumsprognose trifft auf schrumpfende Margen

News360-Grad-Kameras: Wachstumsprognose trifft auf schrumpfende Margen

Der Marktforscher Strategic Revenue Insights sagt dem Markt für 360-Grad-Kameras eine Vervierfachung bis 2035 voraus. Zugleich zeigt Marktführer Insta360, wie wenig hohes Umsatzwachstum über die Ertragskraft verrät. Wer in Kamera-Hardware oder Anwendungen zur Raumerfassung investiert, sollte beide Seiten kennen.

Was die Prognose aussagt und was nicht

Laut dem Bericht von Strategic Revenue Insights lag das weltweite Marktvolumen 2025 bei 2,45 Milliarden US-Dollar. Bis 2035 soll es auf 9,74 Milliarden US-Dollar steigen, ein jährliches Wachstum von 14,8 Prozent (Stand: Oktober 2026). Als Treiber nennt der Bericht immersive Inhalte für Medien, Tourismus und Immobilien sowie die Verbreitung von VR- und AR-Anwendungen.

Die öffentliche Berichtsseite lässt allerdings Fragen offen. Sie legt die Methodik nicht dar und nennt sowohl Asien-Pazifik als auch Nordamerika als größte Region. Unter den zehn wichtigsten Anbietern fehlt zudem DJI, das seit Juli 2025 mit der Osmo 360 antritt. Solche Prognosen taugen daher eher als Richtungsangabe denn als Planungsgröße.

Insta360: Der Umsatz wächst, der Gewinn schmilzt

Belastbarer sind die Pflichtveröffentlichungen von Insta360. Die Muttergesellschaft Arashi Vision ist seit Juni 2025 am STAR Market der Börse Shanghai notiert. Laut dem Halbjahresbericht der begleitenden Emissionsbank CITIC Securities stieg der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 50,3 Prozent. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn fiel dagegen um 94 Prozent, die Bruttomarge sank von 51,2 auf 41,4 Prozent.

Als Gründe nennt der Bericht höhere Preise für Speicherbausteine, schärferen Wettbewerb sowie steigende Ausgaben für Forschung und Vertrieb. Der Quartalsbericht vom 27. Oktober zeigt für die ersten neun Monate dasselbe Bild. Zudem hat das Unternehmen Kernbauteile auf Vorrat gekauft, um seine Lieferkette abzusichern. Das bindet Liquidität, auch wenn es künftige Engpässe abfedern kann.

Hinzu kommt der Wettbewerb durch DJI, der die Osmo 360 in Europa ab 479,99 Euro anbietet. Nach Daten des Marktforschers Meritco hat Insta360 seither einen erheblichen Teil seines Anteils an Panoramakameras abgegeben. Darüber berichtet 36Kr unter Berufung auf die Studie.

Worauf Investoren jetzt achten

Die Nachfrage nach räumlich erfassten Inhalten halten wir für belastbar. Virtuelle Besichtigungen von Immobilien, Baustellendokumentation und Inhalte für VR-Brillen brauchen solche Kameras. Unsere Einschätzung ist jedoch, dass der Wert zunehmend in Software und Arbeitsabläufen entsteht, während die Geräte unter Preisdruck stehen. Ein wachsender Markt garantiert den Herstellern also keine wachsenden Gewinne.

Für Investoren in Hardware heißt das: Marktprognosen ersetzen nicht den Blick auf Margen, Lagerbestände und Wettbewerbsstruktur. Wer Raumerfassung als Werkzeug nutzt, etwa im Immobilienbestand, dürfte nach unserer Einschätzung eher vom Preisdruck bei den Geräten profitieren.

In den kommenden Quartalen ist vor allem zu beobachten, ob Insta360 die Marge stabilisiert, sobald sich die Speicherpreise normalisieren. Offen bleibt auch, ob die neue 360-Grad-Drohne Antigravity eine Größe erreicht, die ihre Anlaufkosten trägt. Nach Angaben des Unternehmens befindet sich dieses Geschäft noch in der Phase der Markterschließung. Derzeit belastet es das Ergebnis.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.