Riu, Swiss Life, Perial: Drei Hotelkäufe, drei Investmentmodelle

Travel and LeisureRiu, Swiss Life, Perial: Drei Hotelkäufe, drei Investmentmodelle

In der Woche bis zum 30. Oktober haben in Europa drei Hotels den Eigentümer gewechselt, wie das Wochenbulletin des Beratungshauses HVS zeigt. Bei den beiden Deals mit bekanntem Preis liegt der Preis pro Zimmer rund um den Faktor zehn auseinander. Für Investoren macht die Woche deutlich, wie unterschiedlich Käufer derzeit Wert im Hotelsegment suchen.

Barcelona: Ein Betreiber kauft sein Zielobjekt

Die spanische Hotelgruppe Riu übernimmt das Hotel Princesa Sofia in Barcelona, das zuletzt als Grand Hyatt lief. Verkäufer sind laut Riu Blasson Property Investments und BNP Paribas Asset Management Alts. Riu übernimmt den Betrieb am 1. April 2027 und führt das Haus als 14. Hotel seiner Stadtmarke Riu Plaza.

Einen Kaufpreis nennt Riu nicht. HVS beziffert ihn auf rund 300 Millionen Euro, also etwa 645.000 Euro pro Zimmer (Stand: 30. Oktober 2026). Die Verkäufer hatten das Hotel laut HVS erst 2023 erworben und steigen nach rund drei Jahren aus. Der Käufer suchte nach eigenen Angaben seit über einem Jahrzehnt ein Haus in Barcelona.

Spanische Küste: Ertrag aus dem Pachtvertrag

Swiss Life Asset Managers France kauft zwei Strandhotels in Roquetas de Mar und Lloret de Mar. Verkäufer ist laut HVS eine spanische Immobiliengesellschaft im Besitz des US-Investors Sixth Street. HVS nennt zusammen 26,25 Millionen Euro, rechnerisch rund 66.000 Euro pro Zimmer. Pierre & Vacances betreibt beide Häuser weiter, nun auf Basis neuer langfristiger Pachtverträge.

Für den Vermögensverwalter eines Versicherers ist das ein vertrautes Profil. Der Ertrag kommt aus der Pacht, das operative Risiko trägt der Betreiber. Wer Hotelrisiko so eingeht, kauft im Ferienhotel deutlich günstiger ein als in einer gefragten Stadtlage. Dafür verzichtet er auf einen Teil der Wertsteigerung aus dem Betrieb.

Paris: Club Deal mit Betreiberkonzept

Perial erwirbt mit Co-Investoren das frühere Hotel Village des Rosiers in Saint-Ouen-sur-Seine, im Viertel der Puces de Saint-Ouen. Es soll im Mai 2027 als Rosamundi öffnen. Betreiber ist Hosense, dazu kommt das Label Drawing Hotels Collection. Einen Preis nennen weder Perial noch HVS.

Perial beschreibt den Kauf als Diversifizierung neben dem Bürogeschäft. Laut Alban Halle, Generaldirektor von Perial Investment & Development, soll der Wert zugleich aus Immobilie, Konzept und Betrieb entstehen. Weitere Hotelprojekte kündigt die Gruppe für die kommenden Monate an.

Was die Woche für Allokationsentscheidungen zeigt

Drei Transaktionen machen noch keinen Trend. Aus Sicht von altii zeigen sie aber, dass sich Hotels kaum als einheitliche Anlageklasse bewerten lassen. Ein Betreiber kann für eine strategische Stadtlage mehr zahlen, weil er Marke und Ertrag aus dem Betrieb selbst hebt. Ein langfristiger Halter kauft dagegen planbare Pachterträge im Ferienhotel.

Offen bleibt, wie stabil solche Pachten über einen Konjunkturzyklus tragen. Entscheidend sind Bonität des Pächters, Indexierung und Laufzeit der Verträge. Zu beobachten ist außerdem, ob weitere Finanzinvestoren ihre spanischen Hotelbestände in den kommenden Monaten an Betreiber und Versicherer abgeben.

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