Crédit Mutuel Asset Management: Inflationsrisiko kehrt zurück

Edition AICrédit Mutuel Asset Management: Inflationsrisiko kehrt zurück

Geopolitische Unsicherheiten und Inflationsdruck

Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt schwer einschätzbar. Während die Ölmärkte aktuell ein vorübergehendes Gleichgewicht aufweisen, bleibt unklar, wie nachhaltig diese Entwicklung ist. Neben Öl betreffen Versorgungsschocks auch Düngemittel, Aluminium, Harnstoff und Flüssigerdgas (LNG), was den Inflationsdruck weltweit erhöht.

Inflationsentwicklung und geldpolitische Herausforderungen

Nach den Inflationsschocks durch die Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine führt die aktuelle Nahostspannung zu einer weiteren Welle. Die Inflationsrate im Euroraum zeigt weiterhin steigende Tendenzen, wobei auch in den USA die Inflation mit 4,2 % im Jahresvergleich Ende Mai 2026 weiterhin hoch bleibt. Die Zentralbanken stehen vor der Herausforderung, dass sich die Inflationserwartungen destabilisieren könnten, was eine Anpassung der geldpolitischen Strategien erforderlich macht.

Die Europäische Zentralbank hat bereits Zinsanhebungen vorgenommen und könnte bis Jahresende weitere folgen lassen. Die US-Notenbank Federal Reserve hat angekündigte Zinssenkungen zurückgestellt und verfolgt ebenfalls eine restriktivere Geldpolitik.

Auswirkungen auf die Anleihemärkte

Die Unsicherheit zeigt sich verstärkt in der Volatilität der Anleihemärkte. Die 30-Tage-Volatilität der 10-jährigen US-Treasuries stieg von rund 3,5 % auf über 5 %. Im Euroraum verzeichneten französische 9-jährige Staatsanleihen einen Anstieg von etwa 3 % auf über 8 %.

Ob die Volatilität langfristig auf diesem Niveau verbleibt, ist unklar. Die Meerenge von Hormus könnte sich zeitnah öffnen, doch die Wiederkehr eines strukturellen Inflationsrisikos seit 2020 wird zunehmend deutlich.

Anlageimpulse: Variabel verzinsliche Anleihen

Vor diesem Hintergrund gewinnen variabel verzinsliche Anleihen (Floating Rate Notes, FRNs) an Attraktivität:

  • Kupons werden regelmäßig, meist vierteljährlich, neu festgesetzt und passen sich so an steigende Zinsen und geldpolitische Änderungen an.
  • Die Zinssensitivität der FRNs ist gering, was das Durationsrisiko minimiert.
  • Das aktuelle Zinsniveau bietet historisch attraktive Renditen.

Variabel verzinsliche Anleihen sind daher nicht nur eine Alternative, sondern erscheinen als eine sinnvolle Wahl in der aktuellen Zinssituation.


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