Nachhaltige Stärke von Small Caps gegenüber Large Caps
Seit 2025 beenden Small-Cap-Aktien die langanhaltende Dominanz von Large Caps. Der Russell 2000 Index übertrifft seit Anfang April 2025 den S&P 500® Index um rund 14 % und hält die Outperformance auch 2026 mit einem Vorsprung von etwa 7 % seit Jahresbeginn.
Diese Trendwende wurde durch ein extremes Bewertungsgefälle ermöglicht, das sich fundamentalen Verbesserungen und einem unterstützenden konjunkturellen Umfeld verdankt. Die relative Bewertung von Small Caps bleibt trotz der Rally auf einem historischen attraktiven Niveau, basierend auf dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Terminbasis.
Fundamentale Gewinnentwicklung als Motor
Das Gewinnwachstum je Aktie des Russell 2000 lag im zweiten Quartal 2026 bei rund 43 % und übertraf die Erwartungen deutlich. Zwei Drittel der Unternehmen übertrafen sowohl Umsatz- als auch Gewinnschätzungen. Im Gegensatz dazu fällt das Gewinnwachstum des Median-Unternehmens im S&P 500 mit 13,8 % deutlich schwächer aus, obwohl die kapitalgewichtete Gewinnsaison dort ebenfalls stark war.
Small Caps profitieren breit gestreut: Finanzwerte von der steileren Zinsstrukturkurve, Industriewerte und Halbleiter von KI-bezogenen Infrastrukturinvestitionen sowie der Gesundheitssektor von robuster Nachfrage. Dadurch unterscheidet sich die aktuelle Rally von früheren Phasen, in denen zwar günstige Bewertungen vorlagen, aber das Gewinnwachstum fehlte.
Ausblick und Wachstumschancen
Prognosen deuten darauf hin, dass Small Caps im Jahr 2027 mit einem Gewinnwachstum von 21,8 % gegenüber 10,6 % bei Large Caps weiter führend sein könnten. Dies bietet Anlegern potenzielle Renditetreiber durch Gewinnwachstum und weitere Bewertungsnormalisierung.
Künstliche Intelligenz als Katalysator
KI gilt nicht nur als Chance für Mega-Caps, sondern unterstützt auch kleinere Unternehmen, die Ausrüstung und Infrastruktur für KI-Anwendungen bereitstellen. Darüber hinaus kann eine Margenausweitung infolge von KI breit in der Wirtschaft Produktivitäts- und Gewinnsteigerungen ermöglichen, wobei Small Caps aufgrund niedrigerer Ausgangsmargen prozentual stärker profitieren können.
Historische Sicht auf Zinsen und Small-Cap-Performance
Entgegen dem Mythos, dass Small Caps niedrige Zinsen brauchen, traten starke Phasen der Small-Cap-Outperformance in Zeiten höherer Zinsen und Inflation auf, beispielsweise in den 1970er-Jahren und den frühen 2000er-Jahren. Hohe Inflation erlaubt kleinen Unternehmen oft bessere Preisanpassungen und hebt die Gewinne durch operative Hebelwirkungen.
Die aktuelle Inflations- und Zinsumgebung könnte daher längerfristig erhöht bleiben. Unternehmen mit soliden Bilanzen, starker Cashflow-Generierung und Eigenfinanzierungskraft sind für diese Bedingungen besonders widerstandsfähig.
Fazit
Die vergangenen mehr als zehn Jahre der Large-Cap-Dominanz könnten einer längeren Small-Cap-Phase weichen, die von verbessertem Gewinnwachstum und attraktiven Bewertungen getragen wird. Anleger sollten ihre Portfolioallokation im Hinblick auf Small Caps überdenken und die Chancen in diesem Segment erkennen.
DE: Bei der Erstellung dieses Beitrags wurde KI unterstützend eingesetzt.EN: AI was used to assist in the creation of this post.