US-Leitzins bleibt stabil bei 3,75 bis 4,00 %
Die US-Notenbank belässt den Leitzins in der Oktobersitzung erwartungsgemäß unverändert. Zwei Mitglieder sprachen sich jedoch für eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte aus. Die Fed betrachtet die US-Konjunktur weiterhin als robust, während die Inflation erhöht bleibt, was den Straffungsdruck aufrechterhält.
Auswirkungen steigender Kapitalmarktzinsen
Langfristig steigende Kapitalmarktzinsen dämpfen bereits zunehmend die Wirtschaft. Die US-Wirtschaft zeigt kräftiges Wachstum, jedoch übernehmen höhere langfristige Zinsen bereits einen Teil der geldpolitischen Straffung, weshalb eine Zinspause als angemessen eingeschätzt wird.
Kommentar von Dr. Johannes Mayr
Der Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz verweist auf robusten Konsum, hohe Investitionen und starke Produktivitätszuwächse. Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die Inflation über dem Zielniveau. Zusammen mit den Gegenstimmen der Fed-Mitglieder deutet dies auf einen anhaltenden Straffungsbias hin, wobei auf weitere Zinsschritte oder einen konkreten Zeitplan bewusst verzichtet wird.
Finanzierungsbedingungen verschärfen sich
Steigende Laufzeitprämien treiben langfristige Renditen in die Höhe und erhöhen die Kosten für Hypotheken, Unternehmenskredite und Staatsfinanzierung. Diese Entwicklung führt bereits ohne zusätzliche Leitzinsanhebungen zu strafferen, aber noch nicht engen Finanzierungsbedingungen. Auch der kapitalintensive KI-Boom ist von den höheren Zinsen nicht ausgenommen, was das Risiko birgt, dass weitere Zinserhöhungen ihre volle Wirkung erst 2027 entfalten, wenn die Konjunktur möglicherweise nachlässt.
Ausblick auf Dezember und 2027
Eine weitere Zinserhöhung im Dezember gilt als wahrscheinlich, jedoch wird der Spielraum danach enger. Der hohe staatliche Finanzierungsbedarf, Investitionen im KI-Bereich und anhaltende Unsicherheit treiben die Laufzeitprämien weiter nach oben.
Marktauswirkungen und Anlagestrategien
US-Aktien profitieren gegenwärtig vom starken nominalen Wachstum. Die steigenden langfristigen Renditen üben jedoch Druck auf hohe Bewertungen aus, insbesondere im kapitalintensiven Technologiesektor. Solide Unternehmensbilanzen, stabile Margen und geringer Refinanzierungsbedarf gewinnen an Bedeutung.
Für 2027 könnte ein Regimewechsel zu schwächerem Wachstum dazu führen, dass US-Anleihen und längere Laufzeiten wieder attraktiver werden. Bis dahin wird empfohlen, Zinsrisiken gezielt zu steuern und steigende Langfristrenditen nicht automatisch als Hinweis auf weitere Fed-Erhöhungen zu interpretieren.
Über Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement GmbH
Das Unternehmen ist einer der größten unabhängigen Finanzportfolioverwalter in Deutschland mit Standorten in München und Frankfurt. Seit 2004 betreut es diskretionäre Vermögensverwaltungsmandate für Family Offices, institutionelle Anleger und bietet Publikumsfonds für semi-institutionelle Kunden.
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