Steigende Renditen japanischer Staatsanleihen
Im Mai erreichten die Renditen japanischer Staatsanleihen den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten. Diese Entwicklung wird durch drei wesentliche Faktoren beeinflusst: eine lohngetriebene Inflation, unterstützt durch Arbeitskräftemangel und stärkere Binnennachfrage; anhaltende geopolitische Risiken, insbesondere im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt und den Energiemärkten; sowie geldpolitische Unsicherheit bezüglich der Normalisierung durch die Bank of Japan (BoJ).
Geldpolitische Maßnahmen der Bank of Japan
Die Bank of Japan wird voraussichtlich Mitte Juni die Zinsen um 25 Basispunkte erhöhen. Diese Maßnahme könnte kurzfristig den Druck auf langfristige Renditen reduzieren, indem die kurzfristigen Zinsen steigen und Inflationserwartungen stabilisiert werden. Die Zinskurve dürfte sich dadurch abflachen, sodass sich langfristige Renditen in einer Bandbreite von 2,5 bis 3 % einpendeln könnten. Ein starker weiterer Anstieg der Renditen gilt als unwahrscheinlich.
Inflations- und Lohnentwicklung
Obwohl die Löhne in den jährlichen Shunto-Verhandlungen um mehr als 5 % gestiegen sind, fällt das tatsächliche Lohnwachstum moderater aus. Dies deutet auf eine allmähliche und nachhaltige Preissteigerung hin, nicht jedoch auf einen abrupten Inflationssprung.
Strukturelle Arbeitsmarktfaktoren und Markteinflüsse
Die anhaltenden Arbeitskräftemängel werden als Verstärker für einen positiven Kreislauf von Lohnwachstum, Konsum und Unternehmensinvestitionen gesehen. Für den japanischen Aktienmarkt ergibt sich daraus eine Bevorzugung von Finanzwerten, inländisch orientierten Sektoren sowie zyklischen Branchen wie Immobilien und Bau.
Entwicklung am Aktienmarkt
Die jüngsten Kursanstiege wurden vor allem von KI- und Halbleitersektoren getragen. Es besteht jedoch Potenzial für langfristige Unterstützung durch eine breitere Beteiligung des Marktes, insbesondere von Sektoren mit starker Inlandsbezugnahme sowie von kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Diese könnten die Marktvolatilität insbesondere bei technologieorientierten Titeln ausgleichen.
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