XR in Finanz und Wirtschaft: Warum VR und AR längst echte Wertschöpfung liefern

TopicsXR in Finanz und Wirtschaft: Warum VR und AR längst echte Wertschöpfung liefern

Wenn eine Landesbank VR-Kompetenz aufbaut

Dass Virtual Reality und andere XR-Anwendungen keine Spielerei mehr sind, zeigt ein Beispiel aus der Finanzindustrie selbst. Die BayernLB baut ihre Kompetenz im Bereich virtuelle Realität gezielt aus und intensiviert nach einer Explorationsphase die Zusammenarbeit mit der Enterprise-Plattform RAUM. Ziel ist es, immersive Technologien in Beratung, Vertrieb und Kundeninteraktion einzusetzen. Nach Angaben der Bank sollen Erfahrungen und Simulationen im Metaverse künftig eine größere Rolle bei Planungsprozessen, Investitionsentscheidungen und strategischen Projekten spielen. Jürgen Michels, Chief Economist und Head of Research der BayernLB, betont dabei ausdrücklich, VR sei kein Selbstzweck und kein Technologie-Experiment.

Damit formuliert die BayernLB sehr klar, worum es bei XR im geschäftlichen Kontext geht: nicht um Effekte, sondern um neue Formen der Interaktion, Veranschaulichung und Entscheidungsfindung. Genau diese Perspektive war auch beim IHK-Event „XR für den Mittelstand“ in München zu sehen, bei dem am 16. April 2026 zahlreiche professionelle Anwendungen aus Industrie, Training, Service und Produktkommunikation vorgestellt wurden.

Das IHK-Event zeigt den Praxisbezug

Auf der Veranstaltung der IHK wurde deutlich, dass XR längst in realen Unternehmensprozessen angekommen ist. Siemens zeigte mit „NX Immersive Visualization“, wie Ingenieure Konstruktionen in Echtzeit in AR und VR erleben, validieren und optimieren können, noch bevor physische Prototypen entstehen. Die dazugehörige Präsentation hebt Produktivitätsgewinne, weniger Prototypen und bessere Zusammenarbeit hervor.

Schenker Solutions stellte XR-Lösungen für die Industrie vor und verknüpfte VR in der Ausbildung mit sicheren Trainingsumgebungen, schnelleren Lernkurven und einem Praxisbeispiel von rund 48 Prozent ROI.

Consensive wiederum positioniert Social XR für Marketing, Training und Service. Laut Veranstaltungsbeschreibung geht es dort um interaktive digitale Zwillinge für Produktpräsentationen, praxisnahe Schulungen und Fernunterstützung, ortsunabhängig und auf unterschiedlichster Hardware.

XIBIX zeigte unter dem Titel „XR & KI im Mittelstand: Praxisnah. Skalierbar. Wirtschaftlich“, dass sich die Anwendungsfelder von Onboarding über Mitarbeiterassistenz und Qualitätsmanagement bis hin zu KI-gestützter Observability erstrecken. In den Unterlagen werden schnelleres Onboarding, messbarer ROI und produktiveres Arbeiten mit komplexen Systemen als Nutzen beschrieben.

Was das für die Finanzindustrie bedeutet

Für Banken, Asset-Manager und andere Finanzhäuser ist das Thema deshalb relevant, weil ihre Produkte, Prozesse und Entscheidungswege oft erklärungsbedürftig und abstrakt sind. Genau dort können immersive Technologien helfen: bei der Veranschaulichung komplexer Inhalte, bei Weiterbildung und Training, bei der digitalen Kundeninteraktion und bei kollaborativen Entscheidungsprozessen. Dass die BayernLB ihre Erfahrungen künftig auch mit Kunden teilt und unter anderem ein zusätzliches Research-Format in VR sowie einen immersiven Product-Showroom plant, macht deutlich, dass das Thema inzwischen auch in der Finanzbranche strategisch gedacht wird.

Die X-NIGHT Finance & XR greift genau diese Fragen auf

Vor diesem Hintergrund ist auch das Event X-NIGHT Finance & XR am 7. Mai 2026 interessant. Die Veranstaltung findet als Social-VR-Event plus Livestream statt und richtet sich unter anderem an Banken, Sparkassen, Asset-Manager, Vermögensverwalter, institutionelle Investoren sowie Innovations- und Produktverantwortliche. Im Zentrum steht eine 45-minütige Paneldiskussion zu Chancen, Grenzen und praktischen Einsatzmöglichkeiten von XR in der Finanzindustrie. Diskutiert werden sollen konkrete Anwendungsfelder in Beratung, Vertrieb, Kommunikation und Weiterbildung, realistische Testfelder für Banken und Asset-Manager sowie die Frage, wie sich belastbare Use Cases von bloßem Technologiereiz unterscheiden lassen. Als Panelisten sind Dr. Jürgen Michels von BayernLB, Dr. Jan Donges, Berater bei einer der Big4, und Dr. Oliver Everling, RATING EVIDENCE GmbH, Berater, Autor und langjähriger Beobachter der Finanzindustrie, angekündigt.

Gerade dadurch schließt sich der Kreis: von den praktischen Erfahrungen der BayernLB über die professionellen Anwendungen aus Industrie und Mittelstand bis zurück zur Frage, was davon für die Finanzindustrie wirklich relevant wird.


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