USA verbannen Deepseek aus Behörden: China droht mit Gegenmaßnahmen

AIUSA verbannen Deepseek aus Behörden: China droht mit Gegenmaßnahmen

Das US-Heimatschutzministerium hat zivilen Bundesbehörden die Produkte des chinesischen KI-Anbieters Deepseek untersagt. Peking protestiert scharf und kündigt Schritte an, obwohl es westliche KI-Dienste im eigenen Land nicht zulässt. Für Softwareanbieter mit US-Behördengeschäft wird damit die Herkunft ihrer KI-Modelle zur Lieferkettenfrage.

Was die Anordnung regelt

Rechtsgrundlage ist ein Gesetz zur Sicherheit öffentlicher Beschaffung, der Federal Acquisition Supply Chain Security Act. Die Bekanntmachung im Federal Register vom 20. Oktober 2026 hat zwei Teile. Zivile Bundesbehörden dürfen keine Produkte von Hangzhou Deepseek und verbundenen Unternehmen mehr beschaffen. Vorhandene Deepseek-Produkte müssen sie aus ihrer IT entfernen.

Das gilt ausdrücklich auch für Produkte Dritter, die mit Deepseek-Implementierungen entwickelt wurden. Diese Klausel reicht weit, weil Deepseek seine Modelle mit offenen Gewichten veröffentlicht und viele Anbieter sie in eigene Software einbauen. Die Anordnung betrifft nur zivile Bundesbehörden, private Unternehmen in den USA dürfen Deepseek weiter nutzen.

Das Ministerium begründet den Schritt mit mehreren Bedrohungswegen. Laut Reuters nennt es den möglichen Abfluss sensibler Daten nach China und Schadcode in den Modellen selbst. Einzelne Behörden wie das Handelsministerium und die Navy hatten Deepseek schon zuvor auf Dienstgeräten gesperrt.

Wie Peking reagiert

Außenamtssprecherin Mao Ning wies das Verbot am 20. Oktober zurück. China lehne es ab, den Begriff der nationalen Sicherheit auszuweiten und Technologiefragen zu politisieren. Das Handelsministerium äußerte am selben Tag starke Unzufriedenheit. Bei substanziellen Schäden für chinesische Interessen werde es alle nötigen Maßnahmen ergreifen.

Die Kritik steht im Kontrast zur eigenen Praxis. Seit August 2023 gelten in China die Vorläufigen Maßnahmen für generative KI-Dienste. Sie binden Anbieter, die sich an die Öffentlichkeit richten, an politische Inhaltsvorgaben. ChatGPT, Claude und Gemini sind in China deshalb nicht zugelassen, wie The Decoder einordnet.

Umgekehrt stützt sich die US-Sorge auf das chinesische Geheimdienstgesetz von 2017. Es verpflichtet Unternehmen und Bürger, die Arbeit der Nachrichtendienste zu unterstützen. Beide Seiten begründen den Ausschluss fremder KI also mit Sicherheit. Nach unserer Einschätzung schützen sie damit zugleich den eigenen Markt.

Worauf Entscheider jetzt achten

Pekings Ankündigungen hatten zuletzt Folgen. Im August 2026 reagierte das Handelsministerium auf US-Maßnahmen mit Exportkontrollen und einer Gegenliste. Im Juni hatte China zudem 46 US-Unternehmen von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen. Ob ähnliche Schritte nun US-KI-Anbieter treffen, ist offen.

Nach unserer Einschätzung sollten Asset Manager zwei Punkte prüfen. Zum einen, welche Portfoliounternehmen Software an US-Behörden liefern und dabei chinesische Modelle einsetzen. Zum anderen, wie stark eigene KI-Anwendungen von einzelnen Modellanbietern abhängen. Der KI-Markt teilt sich zunehmend entlang politischer Grenzen, die Herkunft eines Modells wird damit Teil der Due Diligence.

Offen bleibt, wie weit US-Behörden den Begriff der Deepseek-Implementierung auslegen. Davon hängt ab, wie viele Softwarelieferanten ihre Produkte nachweislich bereinigen müssen.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.