Höhere US-Renditen? Schwellenländeranleihen bieten mehr Möglichkeiten zur Reaktion

Edition AIHöhere US-Renditen? Schwellenländeranleihen bieten mehr Möglichkeiten zur Reaktion

Steigende US-Renditen und ihre Auswirkungen auf Schwellenländeranleihen

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist von unter 4 % Anfang März auf über 5,2 % Ende September gestiegen. Üblicherweise würde eine Kombination aus höheren US-Renditen und strafferen globalen Finanzbedingungen erheblichen Druck auf Schwellenländeranleihen ausüben. Bislang konnte dieser Druck jedoch begrenzt werden.

Stabile Spreads trotz Renditeanstieg

Die Spreads von Staatsanleihen aus Schwellenländern haben sich seit Jahresbeginn lediglich um etwa 9 Basispunkte ausgeweitet, während die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen um mehr als 110 Basispunkte stieg. Diese moderate Entwicklung steht im Gegensatz zu den massiven Spread-Ausweitungen in früheren Zinsanstiegszyklen. Mehrere Segmente, insbesondere Staatsanleihen aus Frontier Markets und Hochzinsanleihen, erzielten weiterhin positive Renditen.

Unterschiedliche Einflussfaktoren bei Schwellenländeranleihen

Schwellenländeranleihen werden heute durch vielfältige Faktoren geprägt, nicht nur durch US-Zinssätze. Verschiedene Anlageklassen wie Staatsanleihen, lokale Zinssätze, Währungen, Unternehmensanleihen und Frontier Markets reagieren unterschiedlich auf wirtschaftliche und marktbezogene Faktoren. Dies bietet Anlegern diversifizierte Chancen und mindert Abhängigkeiten.

Attraktive Renditen und robuste Fundamentaldaten

Die Renditen von Schwellenländeranleihen liegen bei etwa 7,1 % für Hartwährungs-Staatsanleihen und 8,1 % für hochverzinsliche Staatsanleihen, was einen bedeutenden Puffer gegenüber Marktvolatilität darstellt. Stärkere politische Rahmenbedingungen, gesündere Außenhandelsbilanzen und solide Unternehmensfinanzen sowie eine unterstützende Anlegernachfrage verbessern die Resilienz der Schwellenländer gegenüber globalen Finanzdruck.

Chancen trotz restriktiver Zinspolitik

Eine gewagte Prognose, dass die US-Renditen ihren Höchststand erreicht haben, ist für die Anlage in Schwellenländeranleihen nicht erforderlich. Diese verfügen heute über breite Möglichkeiten, höhere US-Renditen auszugleichen – durch Carry, Kredite, Währungen, lokale Zinsen und länderspezifische Chancen. Da die Märkte Ende September bereits erhebliche weitere Zinserhöhungen eingepreist hatten, könnte eine Abschwächung des restriktiven Zinspfades zusätzlichen Rückenwind für die Anlageklasse bieten.


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