US-Banken sperren fremde KI-Agenten aus Kundenkonten aus

AIUS-Banken sperren fremde KI-Agenten aus Kundenkonten aus

Große US-Institute blockieren KI-Agenten, die sich mit den Zugangsdaten ihrer Kunden ins Online-Banking einloggen. JPMorgan Chase und Charles Schwab haben das Mitte Oktober 2026 in ihren Quartalscalls bestätigt, Wells Fargo regelt zugleich die Haftung neu. Damit wird eine Grundsatzfrage akut, die auch Vermögensverwalter und Depotbanken in Europa betrifft: wer künftig den Zugang zum Kundenvermögen kontrolliert.

Was die Banken konkret beschlossen haben

JPMorgan-Chef Jamie Dimon sagte im Call zum dritten Quartal am 13. Oktober, die Bank lasse nicht beliebige externe Agenten ins Haus. Das Risiko sei für Kunden und Bank zu hoch. Intern setze JPMorgan selbst Agenten ein, betonte Dimon. Lesende Zugriffe über Open-Banking-Dienstleister will die Bank nach eigener Aussage weiter unterstützen.

Schwab-Chef Rick Wurster wurde zwei Tage später im Fall Business Update deutlich. Schwab blockiere nicht autorisierte Agenten, die sich im Namen von Kunden anmelden. Dieser Zugangsweg sei für Kunden nicht sicher.

Wells Fargo geht den vertraglichen Weg. Nach den neuen Online-Nutzungsbedingungen, gültig ab 24. November 2026, gelten Transaktionen von KI-Agenten bevollmächtigter Personen als vom Kunden autorisiert. Wer einem KI-Agenten Zugang gewährt, trägt laut Abschnitt 8(b) zudem das Risiko für die Sicherheitsverfahren bei Überweisungen.

Warum es um mehr als IT-Sicherheit geht

Das erste Argument der Banken ist Kontrolle. Ein Agent mit Passwort kann alles, was der Kunde kann. Ob er im Auftrag handelt oder eigenmächtig, sieht die Bank von außen kaum. Bei Fehlbuchungen ist offen, wer haftet: Kunde, Bank oder Anbieter des Agenten.

Das zweite Argument ist wirtschaftlich. Agenten könnten ungenutzte Liquidität automatisch dorthin verschieben, wo sie mehr Zins bringt. Das trifft das Einlagengeschäft, das für Banken und Broker eine günstige Refinanzierung ist. Nach unserer Einschätzung erklärt das, warum die Häuser parallel eigene Assistenten aufbauen und fremde Agenten fernhalten.

Was der Konflikt für Europa bedeutet

In der EU ist die Grundfrage teilweise geregelt. Die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 verpflichtet Banken, lizenzierten Drittanbietern Zugang über Schnittstellen mit starker Kundenauthentifizierung zu geben. Das Weitergeben von Passwörtern an beliebige Software ist damit kein vorgesehener Weg. Autonome Agenten, die im Namen eines Kunden handeln, kennt dieser Rahmen allerdings nicht.

Für Vermögensverwalter, Fondsplattformen und Depotbanken bleiben drei praktische Punkte offen. Ein Agent muss eindeutig identifizierbar sein, seine Rechte müssen begrenzt und jederzeit widerrufbar bleiben. Zudem braucht es eine klare Regel, wer haftet, wenn der Agent falsch handelt.

Nach unserer Einschätzung prägen Häuser mit früh kontrollierten Schnittstellen und klaren Leserechten die künftigen Regeln. Abwartende Anbieter überlassen die Gestaltung den Entwicklern der Agenten. Das gilt für Privatdepots ebenso wie für Konten institutioneller Kunden.

Ein erster Gradmesser ist der 24. November, wenn die Haftungsregeln von Wells Fargo in Kraft treten. Offen ist, ob andere Banken und Aufseher diesen Ansatz übernehmen oder eigene Zulassungsregeln für Agenten verlangen.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.