Käufe durch Zentralbanken und Zuflüsse in ETFs stützen die Goldnachfrage im Q3

Edition AIKäufe durch Zentralbanken und Zuflüsse in ETFs stützen die Goldnachfrage im Q3

Goldnachfrage im dritten Quartal 2026

Die weltweite Goldnachfrage belief sich im dritten Quartal 2026 auf 1.369 Tonnen und lag damit ein Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Goldpreis betrug 4.262 US-Dollar je Feinunze, wodurch der Gesamtwert der Nachfrage um 22 Prozent auf 188 Milliarden US-Dollar stieg.

Käufe durch Zentralbanken

Zentralbanken und andere offizielle Einrichtungen erhöhten ihre Goldreserven netto um 321 Tonnen, was einem Anstieg von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Wert ist der höchste Quartalszuwachs seit dem vierten Quartal 2024. Die Käufe seit Jahresbeginn summieren sich auf 675 Tonnen und liegen damit sechs Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die Hauptmotive für die Nachfrage waren Portfoliodiversifikation und Risikomanagement.

Zuflüsse in physisch goldgedeckte ETFs

Physisch goldgedeckte ETFs verzeichneten im dritten Quartal wieder Zuflüsse von 211 Tonnen, was eine deutliche Trendwende im Vergleich zum zweiten Quartal darstellt. Die Zuflüsse lagen lediglich sechs Prozent unter dem hohen Wert des dritten Quartals 2025. Die Bestände erreichten mit 4.256 Tonnen einen Rekordwert.

Weitere Nachfragesegmente

Die Nachfrage im OTC-Markt und in der Kategorie „Sonstige” betrug 143 Tonnen, höher als die 101 Tonnen im Vorjahresquartal, aber unter den Werten der vorangegangenen Quartale 2026. Die Nachfrage nach Barren und Münzen sank um 19 Prozent auf 268 Tonnen, wobei Privatanleger aufgrund fehlender klarer Preisrichtung zurückhaltend agierten – mit Ausnahme Chinas, wo die Nachfrage um sieben Prozent zunahm.

Die Schmucknachfrage fiel preisbedingt um 17 Prozent auf 313 Tonnen und erreichte damit den niedrigsten Wert für ein drittes Quartal seit Beginn der Datenreihe. Konsumenten bevorzugten weiterhin leichtere Schmuckstücke mit geringerem Feingehalt. Wertmäßig stieg die weltweite Schmucknachfrage leicht auf 43 Milliarden US-Dollar.

Nachfrage im Technologiesektor

Die Goldnachfrage im Technologiesektor stieg um drei Prozent auf 85 Tonnen und erreichte damit den höchsten Quartalswert seit dem vierten Quartal 2021. Die Elektronikindustrie verzeichnete eine Zunahme von fünf Prozent auf 72 Tonnen, unter anderem unterstützt durch steigende Produktion im Bereich Künstliche Intelligenz.

Angebotsseite

Das Gesamtangebot an Gold sank leicht um ein Prozent auf 1.369 Tonnen. Die Minenproduktion erreichte mit 1.071 Tonnen ein Rekordniveau für ein drittes Quartal und stieg um drei Prozent. Das Recycling ging trotz höherer Preise um acht Prozent auf 314 Tonnen zurück und erreichte damit den niedrigsten Wert seit dem vierten Quartal 2023.

Ausblick

Die Goldnachfrage im dritten Quartal zeigte ein gemischtes Bild. Die Rückkehr der Zuflüsse in Gold-ETFs und die anhaltend hohen Käufe durch Zentralbanken stützten die Nachfrage. Geopolitische Risiken und Bedenken zur Haushaltsdisziplin erhöhten das Interesse institutioneller Anleger, während Privatanleger wegen unsicherer Preisentwicklungen zurückhaltend agierten.

Bis Jahresende könnten steigende Zinsen und uneinheitliche Inflationserwartungen belastend wirken. Gleichzeitig könnten geopolitische Spannungen und Unsicherheiten an den Finanzmärkten die Suche nach Stabilität in Gold verstärken.


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