CoinShares-Marktkommentar: Fed und CLARITY Act bremsen die Erholung am Kryptomarkt

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Fed und CLARITY Act bremsen die Erholung am Kryptomarkt

Die Aussicht auf eine nachhaltige Erholung am Kryptomarkt hat sich eingetrübt. Die restriktivere Haltung der US-Notenbank und der Rückschlag für den CLARITY Act belasten das Marktumfeld. Während Bitcoin vergleichsweise robust bleibt, geraten Ethereum und andere Altcoins stärker unter Druck.

Zwei Belastungsfaktoren bremsen den Markt

In der vergangenen Woche haben sich die Aussichten für den Kryptomarkt verschlechtert. Zwei zentrale Faktoren begrenzen derzeit die Chancen auf einen deutlichen Anstieg des Bitcoin-Preises: der Rückschlag für den CLARITY Act und eine restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank (Fed). An der langfristigen Investmentthese ändert sich dadurch nichts, jedoch verzögert sich eine nachhaltige Erholung.

Restriktive Geldpolitik der Fed

Die Fed signalisiert weiterhin einen restriktiven Kurs. Die Inflation bleibt zu hoch, und Fortschritte in Richtung des 2-Prozent-Ziels sind unzureichend. Wichtiger als die Zinserhöhung an sich war, dass der sogenannte Dot Plot für die Jahre bis 2027 keine geldpolitischen Lockerungen vorsieht. Dies stärkt den US-Dollar und die Renditen kurzlaufender Staatsanleihen, verzögert aber die Rückkehr günstiger Liquiditätsbedingungen, die typischerweise Bitcoin positiv beeinflussen.

Der anhaltende Iran-Konflikt treibt die Energiepreise nach oben und trägt so weiter zum Inflationsdruck bei. Eine weitere Zinserhöhung im Laufe des Jahres erscheint plausibel.

Schwieriges Umfeld für Bitcoin

Bis Jahresende wird ein nachhaltiger Ausbruch von Bitcoin über 80.000 US-Dollar als unwahrscheinlich angesehen, solange sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessert oder geldpolitische Erwartungen nicht lockerer werden. Ohne Lösung des Iran-Konflikts dürften Ölpreise weiterhin Inflationsdruck erzeugen, was den restriktiven Kurs der Fed stützt. Bitcoin bleibt vorerst in einem ungünstigen Liquiditätsumfeld, sein langfristiges monetäres Investmentnarrativ bleibt jedoch intakt.

Rückschlag für den CLARITY Act

Der CLARITY Act hat einen erheblichen Rückschlag erfahren. Insbesondere ethische Bedenken hinsichtlich der politischen Einflussmöglichkeiten auf kryptobezogene Geschäftsmodelle sorgen für Widerstand auf beiden Seiten. Trotz des aktuellen Rückschlags wird erwartet, dass das Gesetzesvorhaben aufgrund seiner Relevanz für Stablecoins nicht von der politischen Agenda verschwindet. Stablecoin-Emittenten werden zu wichtigen Käufern von US-Staatsanleihen, was den Entwurf auch künftig relevant macht. Eine überarbeitete Fassung könnte schon Anfang kommenden Jahres zurückkehren.

Unterschiedliche Auswirkungen auf Kryptomarktsegmente

Die regulatorischen Herausforderungen treffen nicht alle Kryptowährungen gleich stark. Bitcoin ist relativ gut geschützt, da sein regulatorischer Status bereits klarer definiert ist. Ethereum und andere Altcoins sind stärker betroffen, da ein großer Teil der Stablecoin-Zahlungsinfrastruktur auf diesen Netzwerken basiert. Die eingeschränkte Möglichkeit, Erträge an Nutzer auszuschütten, nimmt außerdem die wirtschaftliche Attraktivität für Banken und Finanzinstitute. Dies erklärt den starken Widerstand innerhalb der etablierten Finanzbranche.

Potenzial am US-Anleihemarkt

Der US-Anleihemarkt bleibt ein möglicher Lichtblick. Die Renditen von Staatsanleihen sind historisch hoch, während Begrenzungen des US-Finanzministeriums zur Senkung der Renditen am langen Ende bislang wenig Wirkung zeigen. Sollte die politische Unsicherheit steigen und die Renditen weiter steigen, könnte der Druck auf die Politik wachsen, entschlossener zu reagieren. Höhere Zinsen könnten jedoch die staatliche Schuldenlast verschärfen, während stärkere Interventionen zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen können. Ein Extremszenario mit starker Liquiditätsreaktion könnte sowohl für Gold als auch für Bitcoin ein signifikanter Kurstreiber werden, stellt aber eher ein Randrisiko dar.

Langfristige Perspektive bleibt konstruktiv

Das Gesamtbild bleibt kurzfristig verhalten. Restriktive Geldpolitik und Verzögerungen beim CLARITY Act sprechen gegen einen größeren Durchbruch in naher Zukunft. Der stärkste Druck liegt weiterhin auf Altcoins. Das langfristige regulatorische und monetäre Umfeld bleibt jedoch konstruktiv. Der Zeitpunkt für eine nachhaltige Erholung hat sich jedoch verschoben.


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