Der Crash, der nicht stattgefunden hat
Der September 2026 zeigte sich an den Börsen ungewöhnlich widerstandsfähig. Trotz historisch negativer Rahmenbedingungen, darunter stark gestiegene Ölpreise, höhere Renditen bei US-Staatsanleihen und geopolitische Spannungen im Iran, blieb der Markt stabil. Während der S&P 500 nahezu unverändert schloss und der Nasdaq um rund zwei Prozent zulegte, verzeichnete der Dow Jones ein moderates Minus von etwa dreieinhalb Prozent.
Gründe für die Marktstabilität
Die Widerstandsfähigkeit der Märkte ist vor allem auf positive Unternehmensgewinne zurückzuführen. Trotz erhöhter Zinsen und politischer Unsicherheiten stützen steigende Gewinnerwartungen die Aktien. Insbesondere Investitionen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) treiben Wachstum, etwa in Rechenzentren, Chipproduktion und Netzinfrastruktur.
Ein weiterer wesentlicher Stabilitätsfaktor sind die konstanten Geldzuflüsse in den Aktienmarkt. Weltweit wurden im August netto rund 248 Milliarden US-Dollar in ETFs investiert, seit Jahresbeginn summieren sich diese Zuflüsse auf fast zwei Billionen US-Dollar. In Kontinentaleuropa werden monatlich über 15 Millionen ETF-Sparpläne ausgeführt, was automatisierte monatliche Investments von rund 1,9 Milliarden Euro bedeutet.
Dynamik innerhalb der Märkte
Diese Mittelzuflüsse konzentrieren sich überwiegend auf großkapitalisierte Unternehmen. So flossen allein in einer Woche 37,6 Milliarden US-Dollar in amerikanische Aktien-ETFs, davon 36,6 Milliarden in große Titel. Dadurch entsteht ein selbstverstärkender Effekt: Die größten Unternehmen wachsen weiter, da sie größere Anteile der neuen Investments erhalten.
Unter der Oberfläche ist die Marktentwicklung differenzierter, denn viele kleinere und mittelgroße Unternehmen haben bereits deutliche Kurskorrekturen durchlaufen. Im gleichgewichteten S&P 500, in dem jede Aktie gleich gewichtet ist, betrug das Minus im September rund vier Prozent. Diese Marktbreite zeigt, dass es trotz der Indexstabilität Risiken und Chancen gibt.
Ausblick auf das vierte Quartal
Die Abwärtsbewegungen bei Einzelwerten können als Konsolidierung verstanden werden, die Potenzial für eine breite Aufwärtsbewegung bietet. Sollte sich die Situation bei Ölpreisen und Anleiherenditen stabilisieren und das Gewinnwachstum ausgeweitet werden, könnten vernachlässigte Aktien von einem Kapitalzufluss profitieren.
Die Tatsache, dass der erwartete Crash im September ausblieb, wird nicht als Ignoranz gedeutet, sondern als Zeichen von Marktstärke. Die regelmäßig automatisierten Investments in ETFs wirken angstresistent und unterstützen eine nachhaltige Stabilisierung.
Insgesamt überwiegt die positive Erwartung für das Jahresende. Die Marktbären hatten im September zwar starke Argumente, konnten diese jedoch nicht in fallende Kurse umsetzen. Der Ausblick für das vierte Quartal ist daher optimistisch, da sich Chancen in einem sich ausweitenden Marktumfeld zeigen.
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