Schroders: Credit Spreads könnten noch länger eng bleiben – Analyse über 100 Jahre

Edition AISchroders: Credit Spreads könnten noch länger eng bleiben – Analyse über 100 Jahre

Langfristige Analyse der Credit Spreads

Eine Untersuchung von Schroders reicht zurück bis 1919 und vergleicht die heutige Situation mit historischen Daten. Gegenüber den letzten 25 Jahren erscheinen die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen aktuell zwar niedrig, dennoch gab es zwischen den späten 1940er- und frühen 1970er-Jahren Phasen, in denen die Credit Spreads über mehrere Jahrzehnte noch enger waren.

Historische Präzedenzfälle für enge Spreads

Eine kurzfristige Betrachtung, die sich meist auf verfügbare Daten beschränkt, kann wichtige Langfristtrends verdecken. Die Studie identifiziert fünf Phänomene, die früher enge Credit Spreads förderten, darunter auch Faktoren, die heute weiterhin wirken könnten.

Einfluss hoher Staatsverschuldung

Ein wesentlicher Aspekt ist der Zusammenhang zwischen hoher Staatsverschuldung und engen Credit Spreads. Die US-Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP wird bis 2055 voraussichtlich von rund 100 Prozent auf 156 Prozent steigen. Dies könnte über einen sogenannten “Convenience-Yield”-Mechanismus zu anhaltend engen Spreads führen. Auch wenn die heutige Situation sich von der Nachkriegszeit unterscheidet, sind manche Einflussfaktoren ähnlich.

Geldpolitische Eingriffe und Rezessionsrisiken

Staatliche Eingriffe in die Geldpolitik können die Spreads beeinflussen, auch wenn diese Wirkungen noch spekulativ sind. Während Rezessionen oder zunehmendes Ausfallrisiko die Spreads kurzfristig erhöhen können, könnte das langfristige “natürliche” Niveau der Spreads niedriger ausfallen als normalerweise erwartet.

Chancen für langfristige Anleger

Trotz niedrigerer Renditen als gewohnt bieten die aktuellen Spreads immer noch eine positive Rendite über die langfristigen Ausfallverluste hinaus. Für Anleger, die die Anleihen bis zur Fälligkeit halten, spricht wenig für einen Aufschub des Kaufs.

Wichtigkeit aktiver und selektiver Anlagestrategien

Aktive Strategien sind vorteilhaft, da die engen Spreads wenig zwischen bonitätsstarken und -schwachen Unternehmen differenzieren. Einflussfaktoren wie Künstliche Intelligenz und geopolitische Entwicklungen wirken sektorabhängig unterschiedlich und erfordern eine sorgfältige Auswahl.

Risiken für taktisch orientierte Anleger

Taktisch agierende Investoren sollten sich des Risikos einer Trendwende bewusst sein. Bereits ein geringer Anstieg der Spreads könnte dazu führen, dass Unternehmensanleihen schlechter als Staatsanleihen performen, was die geringe Sicherheitsmarge verdeutlicht.


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