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Gaming: Vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger

Markets and NewsGaming: Vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger

Ubisoft Entertainment, ein führender französischer Spieleentwickler, wurde im Mai 2024 in das Portfolio des GS&P Fonds – Family Business aufgenommen. Nach mehreren Jahren der Herausforderungen und Kursverluste sieht das Fondsmanagement erhebliche Chancen für eine Neubewertung der Aktie, die derzeit auf einem historisch niedrigen Bewertungsniveau gehandelt wird.

Entwicklung und aktuelle Situation

Ubisoft Entertainment hat in den letzten Jahren einige Turbulenzen erlebt, darunter Probleme bei der Entwicklung neuer Spiele, Managementwechsel und Umstrukturierungen im Aktionariat. Dies hat zu einem erheblichen Kursverfall geführt – die Aktie notiert derzeit bei einem niedrig zweistelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), weit unter dem Branchendurchschnitt von etwa 20.


Geschäftsmodell

Ubisoft Entertainment ist ein weltweit führender Entwickler, Publisher und Distributor von interaktiven Unterhaltungserlebnissen und -services. Das Unternehmen, das mit einer Familie begann und mittlerweile 21.000 Mitarbeiter in Studios und Büros auf der ganzen Welt beschäftigt, kreiert qualitativ hochwertige Spielewelten, die unterschiedlichste Persönlichkeiten ansprechen, Menschen zusammenbringen und es ermöglichen, beim Spielen zu lernen und Spaß zu haben. Neben Videospielen expandiert Ubisoft auch in Bereiche wie Filme, TV, Bücher und Musik.


Katalysatoren für eine Neubewertung

Drei wesentliche Faktoren könnten zu einer positiven Kursentwicklung führen:

  • Cloud-Gaming-Deal mit Activision Blizzard: Ubisoft hat sich im Zuge der Übernahme durch Microsoft die exklusiven Rechte am gesamten Katalog von Activision Blizzard gesichert. Erste Umsätze aus diesem attraktiven Streaming-Deal wurden bereits verbucht, und weitere Partnerschaften werden im Juni bei Ubisoft Forward angekündigt.
  • Veröffentlichung neuer Blockbuster-Spiele: Im August und November 2024 stehen die Releases von „Star Wars: Outlaws“ und „Assassin’s Creed: Shadows“ an. Beide Spiele haben das Potenzial, jeweils mehr als zehn Millionen Einheiten zu verkaufen, was erhebliche Umsatzsteigerungen bedeuten könnte.
  • Kosteneinsparungsmaßnahmen: Ubisoft hat problematische Studios geschlossen und konzentriert sich nun auf weniger risikobehaftete Projekte. Die Fixkosten sollen bis 2026 um 11 % gesenkt werden, was die Margen verbessert und zu einer höheren Rentabilität führen sollte.
Jahr IFRS-Umsatz (€m) IFRS-Gesamtbetriebskosten (€m) IFRS-Betriebsergebnis (€m) IFRS-Nettoergebnis (€m)
2023-24 2.300,90 -1.987,30 313,6 157,9
2022-23 1.814,30 -2.400,10 -585,8 -494,7

Finanzielle Kennzahlen und Prognosen

Im letzten Geschäftsjahr konnte Ubisoft einen Umsatzanstieg von 27 % auf 2,3 Milliarden EUR verzeichnen und erreichte ein Betriebsergebnis von 313,6 Millionen EUR. Die Prognose für das laufende Jahr (leicht steigendes Betriebsergebnis) sieht konservativ aus, die starke Pipeline und die genannten Katalysatoren dürften zu positiven Gewinnrevisionen und einer Neubewertung der Aktie führen.

Fondsstrategie und Umsetzung

Alexander Lippert, Fondsmanager des GS&P Fonds – Family Business setzt auf eine langfristige und qualitative Analyse der investierten Unternehmen. Mit einem direkten Dialog und tiefgehenden Gesprächen mit Unternehmensentscheidern wird der Ansatz „Skin in the Game“ verfolgt, bei dem das Engagement und die langfristige Ausrichtung der Eigentümer im Vordergrund stehen. Ubisoft passt perfekt in dieses Profil: Die Gründerfamilie Guillemot hält weiterhin einen bedeutenden Anteil am Unternehmen, was für eine starke Identifikation und eine langfristige Perspektive spricht.

Pro BoutiquenFondsDieser Beitrag erschien zuerst bei Pro BoutiquenFonds