US-Quartalsergebnisse spiegeln robustes Gewinnwachstum wider
Die Quartalsergebnisse führender US-Unternehmen zeigen trotz signifikanten Sondereffekten ein weiterhin starkes Gewinnwachstum. Besonders hervorzuheben sind Bewertungsgewinne bei Alphabet und Amazon, die jedoch den operativen Gewinn verzerrten. Alphabet verzeichnete einen unversteuerten, nicht realisierten Bewertungsgewinn von rund 98 Milliarden US-Dollar aus Unternehmensbeteiligungen wie SpaceX und Anthropic, was den Quartalsgewinn je Aktie auf einen historischen Wert von 9,11 US-Dollar anhob. Ohne diese Effekte läge das bereinigte Ergebnis je Aktie zwischen 2,48 und 2,90 US-Dollar.
Ähnliche Effekte bei Amazon
Amazon profitierte im zweiten Quartal ebenfalls von einer Neubewertung seiner Beteiligung am KI-Entwickler Anthropic, welcher einen Börsengang plant. Der nicht-operative Ertrag vor Steuern belief sich auf 53,4 Milliarden US-Dollar und führte zu einem Rekordnettogewinn von 62,6 Milliarden US-Dollar. Auch hier wäre der ausgewiesene Gewinn je Aktie ohne Sondereffekte deutlich geringer ausgefallen.
Fundamentales Wachstum trotz Sondereffekten
Das Gewinnwachstum im S&P 500 lag laut FactSet bereinigt von Sondereffekten bei rund 32 Prozent im zweiten Quartal. Dies stellt ein außerordentlich starkes Ergebnis dar, insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Belastungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten.
Breite des Gewinnwachstums nimmt zu
Im Fokus stand nicht nur die Höhe des Gewinnwachstums, sondern auch dessen Breite. Während früher die sogenannten „Mag Seven“ (Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla) den S&P 500 hauptsächlich trieben, zeigte sich nun eine ausgeprägte Gewinnsteigerung auch bei den übrigen Unternehmen des Index. Die Mag Seven erreichten ein Gewinnwachstum von etwa 120 Prozent (inklusive Sondereffekte), während die anderen S&P-Titel rund 30 Prozent Zuwachs verzeichneten.
Top-Gewinner außerhalb der Mag Seven
Von den fünf Unternehmen mit den höchsten Gewinnbeiträgen im Zeitraum April bis Juni ist nur Nvidia Teil der Mag Seven. Die weiteren sind Micron (Speicherchips), Chevron und Exxon Mobil (Ölkonzerne) sowie Broadcom (integrierte Schaltkreise für Netzwerke).
Gewinndynamik nach Sektoren
Zehn von elf Wirtschaftssektoren konnten im Vergleich zum Vorjahr positives Gewinnwachstum verzeichnen. Als einzige Ausnahme gilt der Gesundheitssektor, der durch regulatorischen Druck, US-Gesundheitspolitik sowie Unsicherheiten in Handel und Zoll belastet wurde.
Ausblick auf den amerikanischen Aktienmarkt
Die Entwicklung unterstreicht eine grundsätzlich positive Einschätzung des US-Aktienmarkts. Die Widerstandskraft wird vor allem durch die Ausweitung der Gewinndynamik auf mehrere Sektoren gefördert. Allerdings bleiben geopolitische Risiken wie die Eskalation im Nahen Osten sowie wirtschaftspolitische Unsicherheiten bestehen, die Prognosen erschweren.
Ein Augenmerk gilt zudem dem Anleihemarkt, da steigende langfristige Renditen Finanzierungen verteuern und die Erwartungen an Renditen risikoreicherer Anlagen wie Aktien anheben.
Die Bewertungen erscheinen gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis moderat bis hoch, relativieren sich jedoch angesichts des erwarteten Gewinnwachstums. Entscheidend wird sein, ob Unternehmen die prognostizierten Gewinne tatsächlich realisieren können.
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