Resilienz von Schwellenländeranleihen trotz globaler Unsicherheiten
Anleihen aus Schwellenländern (EMD) zeigen sich vor dem Hintergrund einer außergewöhnlich unsicheren globalen makroökonomischen, geldpolitischen und geopolitischen Lage weiterhin stabil. Anhaltende Kapitalzuflüsse und eine starke Nachfrage ausländischer Investoren haben zur Outperformance der letzten drei Jahre beigetragen, die sich trotz steigender Anleiherenditen in Industrieländern fortsetzt.
Leistungsunterschiede zwischen Märkten
Während rohstoffexportierende Volkswirtschaften, insbesondere in Lateinamerika, eine überdurchschnittliche Wertentwicklung verzeichnen, schneiden energieabhängige Länder, die von Störungen etwa durch die Straße von Hormus betroffen sind, schlechter ab. Dies spiegelt sich in negativen Renditen bei Lokalwährungsanleihen asiatischer und europäischer Märkte seit Jahresbeginn wider. Fremdwährungsanleihen weisen weiterhin enge Spreads und eine Verbesserung der Fundamentaldaten auf, die attraktive risikobereinigte Renditen ermöglichen.
Marktherausforderungen und Inflationssorgen
Im Juli kam es zu einer moderaten Korrektur aufgrund von Ölpreis-getriebenen Inflationsängsten, einem robusten US-Dollar und geldpolitischen Unsicherheiten infolge der geldpolitischen Neuausrichtung der US-Notenbank. Zusätzlich verursachten unerwartete geldpolitische Entscheidungen in Schwellenländern wie Indonesien und Südafrika Verunsicherung. Die politische Entwicklung in Indonesien bleibt ein besonderer Fokus, da das Land unter schlechter Haushaltslage und unberechenbarer Politik leidet, obwohl taktische Chancen durch eine unterbewertete Rupiah bestehen.
Positive Fundamentaldaten und Wachstumsperspektiven
Die Fundamentaldaten und politische Ausrichtung der meisten anderen großen Schwellenländer bleiben positiv. Viele profitieren von robustem Wachstum, makroökonomischen Puffern und hohen Realzinsen. Die globalen Inflationssorgen beruhen weitgehend auf einem vorübergehenden Energieschock, der jedoch eine genaue Beobachtung erfordert.
Inflationszyklen und geldpolitische Bewertung
Die Weltwirtschaft bewegt sich weg von den inflationären Extremen der Jahre 2021 bis 2023, sieht sich aber einem ersten ernsthaften Test durch anhaltende Energieversorgungsschocks gegenüber. Eine dauerhafte Inflation würde erfordern, dass sich diese Schocks auf Löhne, Erwartungen und Kreditvergabe ausweiten. Bisher gibt es keine überzeugenden Anzeichen für derartigen allgemeinen Inflationsdruck. Die Geldpolitik bleibt restriktiv, reale Anleiherenditen sind positiv und Investoren reagieren wachsam.
Geldmengenwachstum und konjunkturelle Entwicklung
Aktuelle geldpolitische Indikatoren sprechen gegen eine unmittelbar bevorstehende, destabilsierende Inflationswelle. Das moderate Geldmengenwachstum zeigt keine Überhitzung der Wirtschaft, jedoch bleibt langfristig eine mögliche dritte Inflationswelle nicht ausgeschlossen, insbesondere durch zukünftige fiskalische Verwerfungen ausgelöst. Die Märkte sind weiterhin wachsam und fordern höhere Renditen und Risikoprämien, was aber politisch auf die Probe gestellt werden könnte.
Marktperspektiven für Anleger
Ein erneuter Konjunkturabschwung könnte fiskalische Belastungen verstärken und zu umfangreicher Geldschöpfung führen, wodurch die Bekämpfung einer weiteren Inflationswelle erschwert wird. In diesem Umfeld ist ein defensives Engagement ratsam. Gleichzeitig bieten Anleihen aus Schwellenländern attraktive risikobereinigte Renditen.
DE: Bei der Erstellung dieses Beitrags wurde KI unterstützend eingesetzt.EN: AI was used to assist in the creation of this post.