Marktentwicklung und nominales Wachstum
Weltweit werden die Aktienmärkte seit mehreren Jahren durch starkes nominales Wachstum und insbesondere in den USA durch hohe Gewinnmargen gestützt. Unternehmensgewinne entwickeln sich letztlich im Gleichschritt mit dem nominalen Wachstum. Dieses Wachstum wird derzeit maßgeblich durch hohe Haushaltsdefizite und den Investitionsboom im Bereich der künstlichen Intelligenz getragen. Ein Inflationsniveau zwischen 2 % und 4 % gilt als besonders gewinnfördernd und wirkt als unterstützender Faktor für die Aktienmärkte, sofern diese Dynamik anhält.
Rolle der Staatsanleihen
Hohe Langfristzinsen in den USA und Europa stellen die Kehrseite des starken nominalen Wachstums dar. Die Zinssätze 10-jähriger Staatsanleihen tendieren mittelfristig dazu, sich am nominalen Wachstum der vergangenen Jahre zu orientieren. Diese Zinsentwicklung ist ein zentraler Einflussfaktor auf die Märkte.
Saisonale Herausforderungen im September
Der September ist historisch oft ein unruhiger Monat für die Märkte. Nach der Sommerpause kehren Zentralbanken mit neuen geldpolitischen Impulsen zurück, während politische Ereignisse wie die US-Zwischenwahlen und die französischen Wahlen 2027 zunehmend in den Fokus rücken. Zudem nehmen die Anleiheemissionen nach der Sommerpause wieder zu.
Risiken und Chancen
Eine Abschwächung des starken nominalen Wachstums könnte die Aktienmärkte negativ beeinflussen. Insbesondere eine mögliche Reduzierung der US-Haushaltsausgaben nach den Zwischenwahlen wäre als belastend einzustufen. Positiv könnten hingegen Fortschritte in Konfliktregionen wie der Ukraine oder der Straße von Hormus wirken. Eine Eskalation könnte jedoch die Inflation über den optimalen Bereich von 2–4 % hinaustreiben und das Risiko einer Stagflation erhöhen.
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