Zinserhöhungen von Bank of Japan und FOMC
Sowohl die Bank of Japan (BOJ) als auch das Federal Open Market Committee (FOMC) haben in ihren geldpolitischen Sitzungen im September die Zinssätze um 25 Basispunkte angehoben. Die BOJ erhöhte auf 1,25 %, das FOMC auf eine Bandbreite von 3,75 % bis 4 %. Diese Maßnahmen wurden vom Markt bereits weitgehend erwartet.
Bank of Japan: Steigende Inflationserwartungen und restriktive Signale
Die BOJ beschleunigte ihr Zinserhöhungs-tempo auf das schnellste Level seit 1990, wobei ein Wechsel zu vierteljährlichen Erhöhungen nicht ausgeschlossen ist. Eine Debatte über den neutralen und Endzinssatz besteht weiterhin.
Die geldpolitische Botschaft im September betont vor allem die steigenden Aufwärtsrisiken der zugrunde liegenden Inflation, bedingt durch Lohn- und Preisanhebungen sowie gestiegene Inflationserwartungen. Trotz zweier Gegenstimmen wird dies als hawkisches Signal gewertet, auch wenn die BOJ weiterhin akkommodierende Zinsen beibehält und die Rückführung der geldpolitischen Lockerung schrittweise erfolgt.
Obwohl der Gesamt-Verbraucherpreisindex (VPI) unter 2 % liegt, sind die Kerninflationsdaten und weitere Inflationsindikatoren stichhaltiger und untermauern die Einschätzung eines nahenden Inflationsziels von 2 %.
Neutralbereich und Zukunftsaussichten
Die von der BOJ veröffentlichten Modelle schätzen den neutralen Zinssatz („r-star“) zwischen -0,9 % und 0,5 % nominal, was inklusive Inflationsziel einem Zinssatz von etwa 1 % bis 2,5 % entspricht. Die zuletzt gesetzte Marke von 1,25 % deutet darauf hin, dass der Tiefpunkt des neutralen Bereichs erreicht sein könnte, die Geldpolitik jedoch weiterhin relativ akkommodierend bleibt. Eine zukünftige Anhebung auf 1,5 % wird bereits teilweise erwartet.
Wechselkursentwicklung und internationale Einbettung
Der Yen gab nach den Zinsanhebungen seine jüngsten Kursgewinne ab. Die Kursentwicklung des USD-JPY wird weniger von relativen Zinssätzen als von US-Staatsanleiherenditen und globalen Risikobewertungen beeinflusst. Dies unterstreicht die Bedeutung eines globalen Rahmens für Devisenbewegungen, bei dem neben Zinsen auch Finanzierungsbedingungen und weltweite Risikotoleranz eine Rolle spielen.
FOMC: Bestätigung des „Höher für länger“-Ansatzes
Das FOMC unterstrich bei seiner Sitzung den Fokus auf Inflationsbekämpfung und bestätigte die Erwartung, dass die Zinsen auch nach der aktuellen Erhöhung auf dem vorliegenden Niveau verbleiben könnten.
Die Zinsprognosen für Ende 2027 wurden von 3,6 % auf 4,1 % angehoben, während die Kern-PCE-Inflation für 2026 etwas höher eingeschätzt wird als zuvor. Allerdings bedeutet ein höherer Leitzins nicht automatisch eine spürbare Einschränkung von Kreditvergabe und Investitionen, die weiterhin relativ leicht verfügbar bleiben könnten.
Marktdynamik und geldpolitische Implikationen
Die Zinserhöhungen beider Zentralbanken signalisieren die schrittweise Rückführung der expansiven Geldpolitik. Risikoanlagen reagieren jedoch bisher nicht vollständig darauf, und die Yen-Schwäche könnte trotz Normalisierung weiter anhalten. Dies hat Auswirkungen auf Importpreise und könnte weitere Zinserhöhungen begünstigen.
Langfristig deuten steigende Zinsen in Japan und den USA auf eine straffere Finanzlage hin, die die Rentabilität von Carry-Trades voraussichtlich einschränken wird.
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