Moody’s bewertet Ripples Dollar-Stablecoin mit Investment Grade

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Moody’s hat dem Dollar-Stablecoin RLUSD von Ripple ein langfristiges Einlagenrating von A2 und kurzfristig die Note P-1 erteilt. Nach Angaben von Ripple-Manager Jack McDonald ist es das erste Investment-Grade-Rating der Agentur für einen Stablecoin. Damit lässt sich ein Stablecoin erstmals in den Kategorien prüfen, die Risikoabteilungen institutioneller Investoren gewohnt sind.

Was Moody’s bewertet und wo die Grenzen liegen

Das Rating betrifft die Rücknahmeverpflichtung der Ripple-Tochter Standard Custody & Trust Company, die der New Yorker Finanzaufsicht NYDFS untersteht. Grundlage ist die im März 2026 finalisierte Methodik für Stablecoins. Sie prüft Bonität und Marktwert jeder Reserveposition, dazu Liquidität, Verwahrung sowie operative und technische Risiken. Zwei voll gedeckte Dollar-Stablecoins können deshalb unterschiedliche Noten erhalten.

Laut Moody’s, zitiert von The Block, liegen die Reserven von RLUSD überwiegend in kurzlaufenden US-Staatspapieren und Bargeld. Den Großteil verwahrt die Bank BNY. Der Emittent strebt eine Deckung von 103 Prozent an. P-1 ist die höchste kurzfristige Stufe, A2 liegt dagegen im oberen Mittelfeld der langfristigen Skala.

Begrenzt wird die Note durch die Rechtsstruktur. Der Emittent ist nicht insolvenzfern aufgestellt. Die Inhaber haben derzeit keinen direkten Eigentumsanspruch an den Reserven. Einen vorrangigen Anspruch nennt die Agentur als möglichen Weg zu einer besseren Note.

Warum das Rating für Investoren zählt

Ein Rating übersetzt ein Kryptoprodukt in die Sprache der Anlagerichtlinien. Viele Mandate erlauben nur Instrumente mit Investment Grade. Für Treasury-Abteilungen, Verwahrer und Fonds wird RLUSD damit zumindest prüfbar, etwa als Sicherheit oder Liquiditätsbaustein. Ob Anlageausschüsse den Stablecoin tatsächlich zulassen, bleibt nach unserer Einschätzung eine eigene Entscheidung.

Zeitlich fällt das Rating mit einem regulatorischen Schritt zusammen. Am 26. Oktober erhielt Ripple die finale Genehmigung der US-Bankenaufsicht OCC für die Ripple National Trust Bank. Sie soll die getrennten Reserven verwalten und als Sicherheitentreuhänder für die Inhaber auftreten.

Ausgegeben wird RLUSD weiterhin von der New Yorker Tochter. Der Stablecoin steht damit unter Aufsicht des Bundesstaats und des Bundes. Die Marktkapitalisierung beziffert Ripple auf 2,5 Milliarden US-Dollar (Stand: 26. Oktober 2026).

Was als Nächstes zu beobachten ist

Entscheidend ist die Umsetzung des GENIUS Act, des US-Gesetzes für Stablecoins. Laut Unchained verknüpft Moody’s mögliche Verbesserungen auch mit dem besseren Schutz der Inhaber durch dieses Gesetz. Offen ist zudem, ob weitere Emittenten ein Moody’s-Rating anstreben. Erst ein Vergleich mehrerer bewerteter Stablecoins macht die Noten nach unserer Einschätzung für Allokationsentscheidungen wirklich nutzbar.

Für XRP ändert das Rating unmittelbar wenig. Ripple-Chef Brad Garlinghouse sieht RLUSD im Interview mit Bloomberg als Einstieg für Finanzchefs. XRP soll die Brücke zwischen Währungen bleiben, für die es kaum Stablecoins gibt. Ob RLUSD diese Nachfrage tatsächlich auf XRP lenkt, muss sich im Zahlungsverkehr erst zeigen.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.