Bitcoin im Zahlungsverkehr: Der Markt hat keine Stabilisatoren

Digital Investing and CryptoBitcoin im Zahlungsverkehr: Der Markt hat keine Stabilisatoren

Ein neuer Konferenzbeitrag bei Springer kommt zu einem klaren Befund: Bitcoin-Märkten fehlen die Mechanismen, die andere Märkte stabilisieren. Der Autor hält diesen Mangel für dauerhaft und nicht für eine Übergangsphase. Für Banken und Asset Manager, die Krypto-Zahlungen prüfen, verschiebt sich die Frage damit von der Technik zur Marktstruktur.

Was die Studie belegt

Das Kapitel erschien Ende Oktober 2026 im Tagungsband der International Conference on Financial Technology. Verfasst hat es Mohamed Amine Issami von der Business School ISCAE in Casablanca. Er verbindet eine Literaturauswertung mit einer Analyse der Marktmikrostruktur. Die realisierte annualisierte Volatilität von Bitcoin lag laut Studie zwischen 2019 und 2024 im Schnitt bei 67 Prozent.

Issami sieht darin eine strukturelle Untergrenze, die Bitcoin als stabiles Tauschmittel untergräbt. Welche Stabilisatoren er im Einzelnen meint, geht aus der frei zugänglichen Zusammenfassung nicht hervor. Im Devisenmarkt wären das nach unserer Einschätzung vor allem intervenierende Zentralbanken und Market Maker mit Bilanzkraft. Beides fehlt einem Netzwerk ohne Emittenten.

Laut Studie haben institutionelle Zuflüsse ab 2020 und die Spot-ETFs von 2024 Kurse und Handel belebt. Am strukturellen Befund ändern sie aus Sicht des Autors nichts.

Regulierung bleibt der zweite Engpass

Neben der Volatilität nennt Issami eine Lücke bei der Geldwäscheprävention. Drei Viertel der Jurisdiktionen setzen die Travel Rule der FATF laut Studie nicht oder nur teilweise um. Die Regel verlangt, dass Angaben zu Absender und Empfänger eine Krypto-Überweisung begleiten. Wo sie fehlen, entsteht für Banken an jeder Schnittstelle zusätzlicher Prüfaufwand.

Die FATF bestätigt die Richtung in ihrem siebten Update vom Juli 2026. Mehr Länder haben die Travel Rule eingeführt. Bei Lizenzierung, Aufsicht und Durchsetzung sieht das Gremium aber weiterhin erhebliche Lücken.

Wo Krypto-Zahlungen tatsächlich genutzt werden

Die Autoren eines Arbeitspapiers der BIZ vom Mai 2025 zeichnen ein differenzierteres Bild. Sie werten grenzüberschreitende Krypto-Flüsse zwischen 184 Ländern von 2017 bis 2024 aus. Bei Bitcoin und Ether dominieren spekulative Motive und globale Finanzierungsbedingungen. Stablecoins und kleine Bitcoin-Zahlungen folgen dagegen eher dem Zahlungsbedarf, besonders wo klassische Überweisungen teuer sind.

Was Banken und Asset Manager daraus ableiten

Nach unserer Einschätzung läuft der Wettbewerb im Zahlungsverkehr damit eher über Stablecoins und regulierte Infrastruktur als über Bitcoin selbst. Issami sieht die Grenzen von Bitcoin weniger in der Technik. Entscheidend sei die Unvereinbarkeit mit einer zentralen, regulierten Finanzarchitektur.

Für institutionelle Investoren bleibt Bitcoin damit vor allem ein Anlagethema, das Risikobudget und Verwahrung betrifft. Wer Krypto-Zahlungen für Kunden anbieten will, prüft eher die Abwicklung über Stablecoins und die Anbindung an bestehende Zahlungssysteme. Offen ist, ob regulierte Stablecoins unter der europäischen MiCA-Verordnung diese Rolle übernehmen. Hinweise darauf werden die Zahlungsströme der kommenden Jahre geben, ebenso die nächste Bestandsaufnahme der FATF.

* DE: Die ergänzenden Inhalte können KI-generiert sein. EN: The additional content may be AI-generated.