Attraktivität von Investment-Grade-Unternehmensanleihen
Investment-Grade-Unternehmensanleihen bleiben attraktiv, da ihre Renditen nahe den Mehrjahreshochs notieren. Die Fundamentaldaten der Unternehmen gelten insgesamt als robust, und die Anlageklasse bietet beständige laufende Erträge. Die Credit Spreads sind im historischen Vergleich allerdings eng, was die Quellen potenzieller Mehrrenditen verändert.
Veränderte Renditequellen durch enge Spreads
Wegen des begrenzten Spielraums für eine breite Spread-Einengung wird die Selektion einzelner Anleihen zunehmend wichtiger. Anleger sollten vermehrt Wert darauf legen, durch gezielte Auswahl von Titeln zusätzliche Renditen zu erzielen, anstatt sich ausschließlich auf das marktweite Kreditrisiko (Credit-Beta) zu verlassen.
Rolle der Einzeltitelauswahl
In einem Umfeld enger Spreads kann die Einzeltitelauswahl den entscheidenden Unterschied machen. Der Fokus liegt darauf, die laufenden Erträge von Investment-Grade-Anleihen zu nutzen und durch einen systematischen Bottom-up-Ansatz zusätzliches Alpha zu generieren. Dies erfordert eine Kombination aus systematischer Anleiheauswahl und fundamentaler Kreditanalyse.
Systematischer Ansatz
Ein proprietäres Fair-Value-Modell vergleicht einzelne Anleihen mit ähnlichen Anlagealternativen, um Fehlbewertungen zu identifizieren. Durch Einordnung gegenüber Wettbewerbern, Sektoren oder anderen Anleihen desselben Emittenten sollen attraktive Papiere gefunden werden. Das globale Investment-Grade-Universum umfasst über 12.000 Anleihen in US-Dollar und Euro und erlaubt eine breite Analyse.
Vorteile in unterschiedlichen Marktphasen
Die Chancen der Einzeltitelselektion erhöhen sich besonders bei erhöhter Spread-Streuung, etwa während verschärfter Finanzierungsbedingungen oder Wachstumssorgen. Das Fair-Value-Signal konnte aber auch in ruhigeren Marktphasen 2025 und 2026 positive Ergebnisse erzielen, was den Ansatz robust gegenüber verschiedenen Marktumfeldern macht.
Portfolioausrichtung und Benchmark-Überlagerung
Strategien mit fokussierter Ausrichtung auf günstig bewertete Anleihen weichen systematisch von Benchmarks ab und erzielen so potenziell höhere Renditen. Das aktive Management setzt dabei bewusst auf niedrig gehaltene Tracking Errors und ein Markt-Beta nahe eins, um Risiken kontrolliert zu steuern.
Fazit zur Investmentstrategie
Die attraktiven laufenden Erträge von Investment-Grade-Unternehmensanleihen bleiben erhalten, während sich die Bedeutung allgemeiner Spread-Einengungen als Renditequelle verringert. Ein konzentriertes Vorgehen bei der Titelauswahl wird zunehmend entscheidend, um regelmäßig Wertpotenziale zu erschließen und das Renditeprofil zu verbessern.
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